Runder Tisch zur Schule?

Uelzen/Hannover - Von Marc Rath. Uelzens Grüne sind für die Gründung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Uelzen, einen von der Uelzener SPD favorisierten Start zum nächsten Schuljahr lehnen sie indes ab. Im Namen des Kreisvorstands fordern jetzt Vicky Koke und Monika Hanke, an einem Runden Tisch einen Zeitplan zu entwickeln: „Bündnis 90/Die Grünen werden einer IGS erst dann zustimmen, wenn die finanziellen, personellen und räumlichen Voraussetzungen angemessen berücksichtigt werden und eine durchdachte Schulplanung für den gesamten Landkreis und die Schülerschaft vorliegt.“

Die Errichtung einer IGS an der Theodor-Heuss-Schule würde „zum jetzigen Zeitpunkt so nicht zu dem erwünschten Ziel führen“, meinen Koke und Hanke. Eine IGS in Uelzen könne nur dann erfolgreich sein, wenn sich „auch die Gymnasien an dem Prozess der Planung beteiligen und überlegen, wie sie diese räumlich und personal mit gestalten können“. Die kurzfristige Einrichtung der IGS verhindere dagegen eine sorgfältige inhaltliche Planung. Schule könne nur gelingen, wenn die Lehrkräfte sich mit dieser Schulform identifizieren und sich dafür weiterbilden. „Dies kann nicht innerhalb eines halben Jahres geschehen, sondern muss sorgfältig durchdacht, geplant und gemeinsam beschlossen werden“, betonen die beiden grünen Vorstandsfrauen. Die Grünen erhoffen sich von einem gemeinsamen Lernen bis Klasse 9 mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit.

Die AZ setzt heute auf Seite 5 mit zwei Beiträgen die Leserdebatte über die Zukunft der Schullandschaft im Landkreis fort. So spricht sich Martin Oesterley, schulpolitischer Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion, für die Zusammelegung von Haupt- und Realschulen im Kreisgebiet „unter dem Gesichtspunkt einer Sicherung der Schulstandorte“ aus. Oesterley plädiert dafür, „hier den integrativen Ansatz zu überprüfen“. Friedrich Hesse aus Ebstorf schlägt dagegen vor, in den Realschulstandorten des Landkreises ein gymnasiales Angebot von Klasse 5 bis 9 einzurichten: „Dies könnte formal durch die Gründungen von Außenstellen zur KGS Bad Bevensen realisiert werden.“

Die Themen Schulentwicklung und Integrierte Gesamtschule stehen am Donnerstag auch auf der Tagesordnung des Schulausschusses des Kreises, der ab 15 Uhr in der Haupt- und Realschule Rosche tagt.

Unterdessen stellt Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) am heutigen Dienstag auf einem Bildungsgipfel sein Konzept für die Zukunft der Schulstrukturen in Niedersachsen vor. Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet, läuft sein Konzept auf eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen hinaus. Die neue Schule könnte den Namen „Oberschule“ tragen. Ein Ministeriumssprecher wollte dies gestern weder bestätigen noch dementieren. Seite 5/11

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