Demokratie fürs Internet

Rüdiger Biernat von Freifunk Uelzen zum neuen Telemediengesetz

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Das Gesetz ermöglicht freies Internet per WLAN.

stk Uelzen/Hösseringen. Freies Internet, vielleicht bald für alle und überall: An 462 Knotenpunkten in den Landkreisen Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Celle und Südkreis Munster können sich Menschen auf der Straße, im Café oder bei Unternehmen von ihrem Smartphone aus in ein freies WLAN-Netz einwählen.

Diese Zahl nennt Rüdiger Biernat aus Hösseringen, Vorsitzender des Vereins Freifunk Uelzen, dessen 33 Mitglieder ihr Internet für alle freigeschaltet haben.

Allerdings ist das Freifunken nicht so einfach, denn bislang können Menschen in Haftung genommen werden, wenn Unbekannte etwa über ihren Anschluss illegal Musik oder Filme herunterladen. Der Uelzener Verein geht deshalb einen ungewöhnlichen Weg, um die europaweit ungewöhnliche Regelung zu umgehen: Er leitet die Verbindungen über das europäische Ausland um.

Jetzt räumt die Große Koalition die rechtlichen Hürden aus dem Weg (AZ berichtete). Die Haftung des Anschlussinhabers fällt nach dem Entwurf zum Telemediengesetz weg. Entfallen sollen auch umständliche Regelungen mit Passwort und Selbstverpflichtung des Nutzers, die ein früherer, auf Eis gelegter Gesetzentwurf vorsah.

Für IT-Consultant Biernat ist das die richtige Entscheidung. „Das Internet demokratisieren!“, ist sein Motto. Es dürfe sich nicht nur in der Hand von vier Providern befinden. Tritt das Gesetz in Kraft, profitieren auch die Freifunker und die Uelzener, weil die Umleitung überflüssig wird. Biernat: „Das heißt, unser Freifunknetz wird sich um das Drei-, Vier- Fünffache beschleunigen.“

Mehr dazu am Samstag in der AZ.

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