Bund lehnt Widerspruch gegen Entwidmung der Strecke Uelzen-Dannenberg ab

Rückschlag für Gleis-Fans

Bereits im März protestierten Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Verbänden und Vereinen vor Ort für den Erhalt der Bahnstre-cke Uelzen-Dannenberg.

Uelzen/Landkreis. Im Frühjahr hatte die Stadt Uelzen Widerspruch gegen die Entwidmung von Teilen der Eisenbahnstrecke zwischen Uelzen und Dannenberg eingelegt (AZ berichtete). Jetzt liegt die Antwort des Eisenbahn-Bundesamtes vor.

Dieses lehnt die Forderungen der Stadt nach Aufrechterhaltung der verwaisten Strecke ab, erklärt Baudezernent Karsten Scheele-Krogull.

„Uns wurde mitgeteilt, dass wir nicht klagebefugt sind, weil das entwidmete Teilstück im Bereich der Gemeinde Stoetze liegt“, erklärt er. Konkret geht es um Flächen entlang der ehemaligen Bahnstrecke, auf denen die Saatbau Stoetze Raiffeisen-Warengenossenschaft Umbauten plant.

Das Eisenbahn-Bundesamt argumentiere, dass es auf der genannten Strecke schon seit Jahrzehnten keinen Personenverkehr mehr gibt und seit den 90er Jahren auch keine Güterzüge mehr fahren, berichtet Scheele-Krogull. „Wir haben uns nicht der Illusion hingegeben, dass dort in zehn Jahren wieder Zugverkehr stattfindet. Wir wollten uns aber die Option darauf aufrecht erhalten.“ Denn im Zuge des möglichen Ausbaus des Uelzener Hafens zu einem Güterverkehrszentrum bekäme die Bahnstrecke Richtung Lüchow-Dannenberg aus Sicht der Stadt besondere Bedeutung für den Warentransport.

Auch der Förderverein Ost-heide-Elbe-Bahn, der Fahrgast-Rat Wendland und der Verkehrsclub Deutschland hatten das Eisenbahn-Bundesamt vor einigen Monaten schriftlich aufgefordert, den Bescheid über die „Freistellung der Bahnstrecke von Bahnbetriebszwecken“ zurückzunehmen. Doch auch sie stießen bei der Bahnbehörde auf Ablehnung.

Nun überlegt die Stadt Uelzen, ob sie in eine Klagegemeinschaft gegen die Entwidmung der Strecke eintritt. Dabei will die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH (DRE) nach den Worten von Scheele-Krogull die Federführung übernehmen. „Wir wollen ein Signal aussenden, dass der DRE der Rücken gestärkt wird“, erläutert er. Die Klage sei „mit überschaubaren Kosten“ für die Stadt Uelzen verbunden.

Von Bernd Schossadowski

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