Schleuse Uelzen II soll nächste Woche wieder laufen / Mehr Stillstände als geplant

Auf dem Weg zur Routine

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Harald Weike vom Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen im zurzeit leeren Trog der Schleuse Uelzen II.

Uelzen. Als zweites Nadelöhr – neben dem derzeit viel zitierten Schiffshebewerk Scharnebeck – würde er die Schleuse Esterholz zwar nicht gerade bezeichnen, sagt Kai Römer.

„Aber wir hatten in der Schleuse II mehr Stillstände als geplant“, räumt der Sachbereichsleiter Schifffahrt und Liegenschaften beim Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen ein.

Seit der Inbetriebnahme dieses zweiten Troges 2006 habe es mehrere Sperrungen gegeben – so wie derzeit: Seit Mitte August ist Uelzen II nämlich dicht. „Für eine Gewährleistungsabnahme“, erklärt Römer, „gemeinsam mit der Baufirma müssen wir da an alle Teile ran. Das muss man sich in Ruhe ansehen.“ Einige Schleusenteile müssten im Rahmen dieser Gewährleistungsabnahme zwar auch repariert werden – wie zurzeit die Lager am Obertor –, von chronischen Schwachstellen könne deshalb aber keine Rede sein, so Römer. Die Schleuse Uelzen II sei der erste Neubau in Deutschland seit langer Zeit gewesen, sozusagen ein Prototyp. „Wir haben damit Neuland betreten, und eine Schleuse ist ein sehr komplexes Bauwerk. Deswegen gibt es da noch keine Routine“, erklärt der Uelzener Sachbereichsleiter.

Ende nächster Woche aber soll Uelzen II wieder Schiffe schleusen, von da an wird dann wieder der Zwei-Trog-Betrieb laufen, zusammen mit der Schleuse Uelzen I. „Wir sind guter Hoffnung, dass wir dann einen sicheren Betrieb gewährleisten können“, sagt Kai Römer.

Die Schleuse Uelzen I allerdings ist 1976 mit dem Bau des Elbe-Seitenkanals entstanden – und aufgrund ihres Alters ziemlich reparaturanfällig. „Das Bundesamt für Wasserbau“, weiß Kai Römer, „erstellt gerade ein Gutachten zur Schleuse I und wird dann weitere Schritte vorschlagen, was zu tun ist.“ Darüber müsse man dann beraten, finanzielle Möglichkeiten prüfen, so Römer. „Anfang nächsten Jahres“, so schätzt er, „sind wir wohl schon ein bisschen schlauer.“

Von Ines Bräutigam

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