Bus ist in die Jahre gekommen – und für eine Neuanschaffung fehlt den Initiatoren das Geld

Der rollenden Bücherei droht das Aus

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Schwerstarbeit leisteten die Mechaniker der Regionalbus Braunschweig (RBB), um den Bücherbus noch einmal fit zu kriegen.

Uelzen. Die Zukunft des Uelzener Bücherbusses ist ungewisser denn je: Das derzeitige Fahrzeug konnte nur nach umfangreichen Werkstattarbeiten durch die Hauptuntersuchung (HU) gebracht werden.

„Diesmal konnten wir den Bus noch reparieren lassen, aber es ist absehbar, dass dies nicht immer so bleiben wird. Wir müssen intensiv über die Anschaffung eines Ersatzbusses nachdenken“, sagt Wolfram Sest, 1. Vorsitzender des BücherBus e. V.

120 Haltestellen im Uelzener Kreisgebiet fährt der Bücherbus an, die Zielgruppe sind vor allem Grundschüler. Ziel ist es, sie für das Lesen zu interessieren. Rund 2500 Nutzer hat der Bus nach Angaben des Vereins.

Das Projekt Bücherbus kostet im Jahr rund 125 000 Euro. Der Landkreis übernimmt mit 70 000 Euro die Sockelfinanzierung, dazu sind die Gemeinden aufgefordert, sich mit 200 Euro pro Haltestelle und Jahr zu beteiligen. Doch nicht alle tun das, manche verweisen auf das eigene Büchereiangebot. Insgesamt kommen rund 9000 Euro von den Gemeinden zusammen, den Rest versucht der Verein durch Spenden und Sponsoring aufzubringen. Dabei zeigt man sich kreativ, so können Firmen Werbung an den Haltestellen anbringen.

Der derzeit eingesetzte Bus ist Eigentum der RBB Heidebus und wird dem Verein zur Verfügung gestellt, einschließlich Pflege, Wartung und Instandsetzung. Vier Werkstatt-Mitarbeiter waren eine Woche im Einsatz, um den Bus fit für die HU zu machen, vom 21. bis 25. November mussten deshalb alle Fahrten abgesagt werden.

Doch laut Sest ist absehbar, dass der Bücherbus nicht mehr einsatzbereit sein wird. „Ein fabrikneues Gefährt kommt für uns nicht in Frage“, so der 1. Vorsitzende des Vereins. „Alternativ suchen wir deshalb nach einem gebrauchten Bus, bestenfalls schon als Bücherbus eingerichtet.“ Selbst wenn die Mitglieder in Eigenleistung den Umbau vollbringen, müssten noch 50 000 Euro aufgebracht werden, rechnet Sest vor. „Allein schaffen wir das nicht und sind deshalb auf finanzielle Unterstützung angewiesen“ – sonst rollt der Bücherbus bald womöglich nicht mehr.

Von Thomas Mitzlaff

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