SPD-Vorsitzende hat in Hannover ein Wohnprojekt für essgestörte Frauen aufgebaut

Ute Röling geht neue Wege

Vom Vorsitz des Ortsvereins tritt Ute Röling zurück, aber sie behält ihr Kreistagsmandat. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Ute Röling, hat ihren Rücktritt erklärt. Aus beruflichen Gründen möchte sie nicht mehr weiter das Amt der Vorsitzenden innehaben. „Es hat keinen politischen, sondern wirklich einen privaten Hintergrund“, erklärt Röling.

Ihr Kreistagsmandat werde sie aber nicht niederlegen, zudem möchte sie weiterhin als Geschäftsführerin der Kreistagsfraktion aktiv bleiben und auch ihren Wohnsitz in Uelzen behalten.

Ute Röling hat in den vergangenen Monaten eine Einrichtung für betreutes Wohnen in Hannover aufgebaut. Sie selbst ist Geschäftsführerin der Einrichtung, Ivonne Großmann-Daniel, ehemalige SPD-Fraktionsvorsitzende des Bad Bodenteicher Gemeinderates, ist eine der Gesellschafterinnen. Seit April bieten sie 15 Plätze für Mädchen und junge Frauen mit Essstörungen, ähnlich wie die Uelzener Einrichtung Amidon. Die ersten fünf Bewohnerinnen leben schon in dem Haus.

„Ich stand vor der Situation, mich neu zu orientieren“, berichtet Röling. Daraufhin habe sie den Tipp erhalten, dass es dieses Angebot in Hannover bis dahin noch nicht gegeben habe. Die Zahlen der Patienten in der Lüneburger Psychiatrischen Klinik sowie in der Seepark-Klinik in Bad Bodenteich sprächen ebenso dafür, dass weiterhin ein großer Bedarf an Plätzen für Frauen mit Essstörungen bestehe. Auch im Kinder- und Jugendkrankenhaus auf der Bult in Hannover sowie an der Medizinischen Hochschule Hannover seien die Kapazitäten zu gering, gemessen am Bedarf.

„Die Anfangsphase hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen“, berichtet Röling. „Schon seit der Kommunalwahl habe ich im Grunde meinen Vorsitz ruhen lassen.“ Sie sei aber „für klare Verhältnisse“, erklärt sie, „und unter diesen Voraussetzungen kann ich nicht noch einen Landtagswahlkampf organisieren.“

Die SPD-Politikerin war zuletzt zwei Jahre lang Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Anfang 2000 hatte sie ebenfalls schon dieses Amt inne. „Man muss gegebenenfalls da sein, wenn die Plakate aufgehängt werden müssen, Veranstaltungen organisieren und im Hintergrund arbeiten“, fasst sie den Aufwand zusammen.

Von Diane Baatani

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