Stadtwerke setzen Verhandlung fort / Uelzen rechnet für 2013 wieder mit Verlust

Ringen im Ukraine-Geschäft

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Nach Information der Stadt Uelzen haben die Verhandlungen der Gesellschafterversammlung der Sustainable Bio Energy (SBE) Holding GmbH in Schwäbisch Hall zu keinen Ergebnissen geführt.

Uelzen. Ein zähes Ringen zwischen den Stadtwerken Uelzen und Schwäbisch Hall über die Zukunft des Landwirtschaftsprojekts in der Ukraine zeichnet sich ab.

Nach Information der Stadt Uelzen haben die Verhandlungen der Gesellschafterversammlung der Sustainable Bio Energy (SBE) Holding GmbH in Schwäbisch Hall zu keinen Ergebnissen geführt. Das sei alles, was er dazu sagen dürfe, erklärte am Dienstag Uelzens Bürgermeister Otto Lukat, der mit einer Entscheidung während der Gesellschafterversammlung am Montagabend gerechnet hatte. „Die Zukunft des Landwirtschaftsprojekts in der Ukraine SBE ist weiter offen“, das sei dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Uelzen gestern mitgeteilt worden. Auf AZ-Nachfrage halten sich die Gesellschafter der SBE darüber bedeckt, ob sie in ihren Verhandlungen einen Schritt vorangekommen sind. „Wir haben vereinbart, dass wir über Zwischenergebnisse nichts sagen“, erklärt Uelzens Stadtwerke-Chef Markus Schümann.

Auch der Jahresabschluss der Holding für das vergangene Jahr liege noch immer nicht vor, berichtet Lukat. SBE-Geschäftsführer Johannes van Bergen aus Schwäbisch Hall hatte im AZ-Gespräch immer wieder betont, dass es im vergangenen Jahr erstmals eine „schwarze Null“ gegeben haben soll. Für die Ernte 2013 zeigten sich die Beteiligten im Sommer noch optimistisch, schließlich habe auch ein neues Beraterteam die Arbeiten vor Ort in der Ukraine begleitet. Nach Aussage von Lukat sehen nun aber auch die Ergebnisse für dieses Jahr „nicht gut aus“. „Wir gehen davon aus, dass es wieder einen Verlust gegeben hat“, erklärt er.

Unterdessen hat der Aufsichtsrat der Stadtwerke Uelzen dem Vorschlag von Lukat zugestimmt, einen externen Wirtschaftsprüfer mit der Untersuchung der SBE-Beteiligung des örtlichen Energieversorgers zu beauftragen. Bei der Prüfung gehe es nicht um Daten, die für eine Entscheidung – Ausstieg aus dem Landwirtschaftsprojekt oder Fortführung – herangezogen werden sollen. Vielmehr sollten die Prüfungsergebnisse unabhängig von der Entscheidung erstellt werden, um das gesamte Ukraine-Engagement bis zum Beginn 2007 offen zu legen und nach außen hin transparent zu machen, sagt Lukat. Dass diese Entscheidung des Aufsichtsrates bereits den Beginn eines Ausstiegs bedeuten könnte, will Lukat nicht bestätigen.

Noch seien alle Optionen offen: Ein Verkauf der 25-prozentigen Uelzener SBE-Anteile, ein Verkauf der gesamten Holding oder eine Fortführung. Sollte sich der Haller Gesellschafter mit seiner 75-Prozent-Mehrheit für weitere Investitionen aller Beteiligten aussprechen, bliebe den Uelzenern lediglich der Ausstieg mit einem Verlust von voraussichtlich 5,1 Millionen Euro, deutete Lukat an. Weitere 1,7 Millionen Euro waren in den vergangenen Jahren abgeschrieben worden. Gestern lief die Frist für eine Forderung der Stadtwerke Uelzen an die SBE von 1,7 Millionen Euro ab. Bis gestern Vormittag sei die Summe nicht eingetroffen, sagte Lukat. „Der Aufsichtsrat hat zugestimmt, wenn nötig, rechtliche Schritte einzuleiten.“

Von Diane Baatani

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