Arbeitsgruppe zur Amerika-Linie / Land: Trasse kann günstiger ausgebaut werden, als Bahn angibt

Ringen um den richtigen Preis

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Die Amerika-Linie verfügt nur über ein Gleis. Was die Kosten für den Ausbau betrifft, gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Uelzen. Wenn über die Varianten zur Y-Trasse gesprochen wird, dann ist auch immer die Rede von einem möglichen Ausbau der sogenannten Amerika-Linie. Sie führt einspurig von Bremen nach Uelzen und weiter in Richtung Stendal.

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Ein Befahren in beiden Richtungen gestaltet sich schwierig, weil es nur wenige Punkte mit einem zweiten Gleis und damit wenige Möglichkeiten des Begegnungsverkehrs gibt. Mit einem zweispurigen Ausbau und einer Elektrifizierung, so sagt die Deutsche Bahn, könnte das Problem der steigenden Gütermengen allein nicht gelöst werden, aber als Ergänzung zu einer der anderen Alternativen zur Y-Trasse wie beispielsweise der Bypass-Lösung quer durch den Landkreis Uelzen, sei der Ausbau denkbar, so das Unternehmen. Das Land Niedersachsen sieht im Ausbau der Amerika-Linie, gerade um Güter in Richtung Osten transportieren zu können, einen wichtigen Baustein in der Frage der besseren Hafen-Hinterland-Anbindung und macht, was die Ertüchtigung betrifft, Dampf – zumal das niedersächsische Verkehrsministerium davon ausgeht, dass der Ausbau günstiger hinzubekommen ist, als die Bahn angibt, wie Ministeriumssprecherin Sabine Schlemmer-Kaune auf Nachfrage erläutert.

Nach Unterlagen zu den Varianten der Y-Trasse würde laut Deutsche Bahn der Ausbau der Amerika-Linie auf der Strecke von Langwedel nach Uelzen rund 1,4 Milliarden Euro kosten.

„Nach Berechnungen des Landes ist das deutlich günstiger zu realisieren“, sagt Schlemmer-Kaune. Es gebe unterschiedliche Ausbaukonzepte, die Bahn wolle einen sehr hohen, das Land einen hohen Standard erreichen. Müssen Güterzüge 120 Stundenkilometer fahren oder reiche es nicht, wenn sie mit 100 Stundenkilometern unterwegs seien, fragt Schlemmer-Kaune. „Das macht finanziell schon etwas aus.“

Das Land und die Bahn, so erklärt Bahnsprecher Armin Skierlo, wollen nun in einer Arbeitsgruppe, die auf dem Bahngipfel in Hannover gegründet wurde (AZ berichtete), sich „gegenseitig noch einmal die Karten legen“, um einen „kostengünstigen Ausbau“ der Amerika-Linie realisieren zu können. Dieser Arbeitsgruppe sollen sowohl Vertreter aus dem Verkehrsministerium als auch von der Deutschen Bahn und vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) als oberster Aufsichtsbehörde für alle Eisenbahnunternehmen angehören.

Die Arbeitsgruppe hat nicht, so Schlemmer-Kaune, mit dem im Februar startenden Bürgerdialog zu den Varianten der Y-Trasse zu tun. Der Eindruck, den man gewinnen könnte, dass zwei Gremien unabhängig parallel an einem Thema arbeiten, sei falsch.

Von Norman Reuter

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