Ringen um jeden Cent

Der 30 Jahre alte Platz beim Tennisclub Blau-Weiß Uelzen soll saniert werden, dafür zahlt die Stadt voraussichtlich einen Zuschuss von 10 000 Euro. Den Zuschuss für den Tennisverein Kirch- und Westerweyhe lehnte der Sportausschuss ab. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Die Einsparvorschläge des Ersten Stadtrats Jürgen Markwardt für die Bezuschussung der städtischen Sportvereine ist im Sportausschuss am Mittwochabend auf weitere Kritik gestoßen.

Statt 50 000 Euro soll es laut Verwaltung nur 41 000 Euro für Investitionen der Sportvereine geben. Somit hätte man in diesem Bereich 9000 Euro eingespart – eher ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts der Einsparvorgabe des Landkreises an die Stadt, insgesamt 427 800 Euro weniger im Jahr 2012 zu investieren (AZ berichtete).

Die Mitglieder des Sportausschusses sprachen sich zwar einstimmig für die Verteilung der Zuschüsse gemäß dem Voschlag der Stadt aus. Allerdings kündigten die einzelnen Fraktionen an, die Kürzung von 50 000 Euro auf 41 000 Euro im Verwaltungsausschuss voraussichtlich abzulehnen. Deshalb wird man intern nun darüber beraten, wie die 9000 Euro zusätzlich auf die einzelnen Vereine verteilt werden sollen.

Die CDU hatte bereits im Vorfeld Widerstand gegen die Kürzung um 9000 Euro angekündigt. Nun bezeichnete auch Jens Uwe Sierck die Einsparung als „fatalen Fehler“. Als Vorsitzender des Schwimmklubs Delphin wisse er, dass Sport einen wichtigen Beitrag zur Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund leiste. Er hob die Eigenleistungen der Sportvereine hervor, die bislang ergebnislosen Diskussionen um die 400-Meter-Bahn für die Leichtathletik und mangelnde Informationen. „Die Ergebnisse einer Sitzung sind zu 99 Prozent für die Beteiligten schon klar“, bevor es zur offiziellen Aussprache komme, kritisierte er. „Ich werde als beratendes Mitglied nicht mehr für die CDU zuständig sein“, sagte er abschließend und verließ den Saal, bevor es zu einer weiteren Diskussion der Christdemokraten und der anderen Parteien sowie einer Abstimmung gekommen war. So verpasste er, dass der Ausschuss eigentlich auch in seinem Sinne entschieden hat.

Ralf Munstermann (SPD) kündigte in der Sitzung an, die Verteilung der Zuschüsse in der Fraktion zu besprechen. „Ich werde meiner Gruppe vorschlagen, diese 9000 Euro nicht einzusparen“, sagte er. Ähnlich reagierten die Fraktionen der Grünen und der FDP. „Ich denke, dass meine Fraktion der weiteren Kürzung auch nicht zustimmen wird“, erklärte Ariane Schmäschke. „Ausgerechnet die 9000 Euro beim Sport wegzunehmen, da machen wir nicht mit.“

Einen Vorschlag über die Verteilung der weiteren 9000 Euro wird die Stadt ausarbeiten und den Fraktionen zur weiteren Beratung geben. In der Sitzung des Verwaltungsausschusses am 30. Mai wird dann das Thema wieder auf der Tagesordnung stehen.

Die Bewilligung von 20 000 Euro für den Sportclub Kirch- und Westerweyhe sowie 4000 Euro für den Sportverein Holdenstedt und 6000 Euro für den SV Molzen wurde von den Ausschussmitgliedern hingenommen, ebenso der Betrag von 170 Euro für den Reit- und Fahrverein Westerweyhe und 1000 Euro für den Reit- und Fahrverein Hansen. Der Vorschlag für die Sanierung der 30 Jahre alten Tennisplätze beim Tennisclub Blau-Weiß Uelzen von 10 000 Euro stieß ebenfalls auf Zustimmung.

Allerdings sorgte die Verschiebung der Zuschüsse für den Tennisverein Kirch- und Westerweyhe ins kommende Jahr zunächst für Diskussionen. Für die Sanierung der Tennisplätze wäre ein Zuschuss von 9600 Euro erforderlich. Der Verein hatte im vergangenen Jahr 48 Mitglieder, bereits in den Vorjahren sank die Zahl stetig. Dem Verein fehlt der Nachwuchs – nur ein Mitglied ist unter 18 Jahre alt. Markwardt betonte daher, die Entwicklung der Mitgliederzahlen zunächst abwarten zu wollen, bevor es eventuell zu einer Fehlinvestition komme. „Es ist kein Votum gegen den Sport und Senioren“, stellte er klar.

Von Diane Baatani

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