Caritas Uelzen bei Fortbildung der IHK / Noch Plätze frei

Richtig mit Tod und Trauer umgehen

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Caritas-Geschäftsführer Ralf Ritter und Elena Zimmermann, Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, wollen lernen, wie man mit dem Thema Tod im Unternehmen umgehen kann.

Uelzen. Sucht, Burn-Out, psychische Gefährdungsbeurteilung – die Caritas Uelzen hat sich in der Vergangenheit vielfältig im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement fortgebildet.

Jetzt wollen sich Geschäftsführer Ralf Ritter und die Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Elena Zimmermann, zum Thema Trauerarbeit schulen lassen und nehmen an einer Veranstaltung der IHK und des Arbeitgeberverbandes teil.

Vor allem in der Schuldner-insolvenzberatung sitze der Tod oft mit dabei, berichtet Ritter. „Die Leute kommen, wenn es fast zu spät ist.“ Ihnen drohe die Räumung privat oder beruflich genutzter Wohnungen, der Strom ist abgestellt oder das Konto gepfändet. In ihrer Verzweiflung formulierten die Leute Sätze wie „Ich habe schon überlegt, gegen einen Baum zu fahren“, berichtet Ritter.

Aber nicht nur im beruflichen Kontakt spielt das Thema Suizid bei der Caritas eine Rolle. Auch im Kreis der Mitarbeiter gab es einen entsprechenden Fall. Darüber hinaus komme es immer wieder vor, dass Mitarbeiter Angehörige verlieren. Bei der Caritas hat man deswegen bereits einen Notfallkoffer zur Trauerarbeit angeschafft, kann am Arbeitsplatz angemessene Atmosphäre schaffen, der Trauer Raum geben.

Aber: „Nicht alle Mitarbeiter wünschen das“, berichtet Ritter. Manchem sei in so einer Situation wichtig, am Arbeitsplatz über die berufliche Sachlichkeit Abstand zum Privaten, zur Trauer, zu haben.

Durch die Teilnahme an der Fortbildung zum Umgang mit Todesfällen erhofft sich Ritter neue Anregungen und Ideen. Er denkt aber auch, dass es Anregungen geben wird, bisherige eigene Verhaltensweisen zu überdenken. „Vielleicht haben wir in der Vergangenheit ja nicht alles richtig gemacht“, sagt Ritter. Seine Überzeugung sei es in jedem Fall, dass es wichtigere Dinge gebe als Arbeit: „Man kann in der Arbeitswelt nicht so tun, als würden Themen wie Tod nicht vorkommen.“

Im Kurzworkshop „Trauerarbeit als Führungsthema“ gibt Claudia Thumser, Theologin, Beraterin und systemischer Coach, konkrete Tipps und Empfehlungen für Führungskräfte und Personalverantwortliche im Umgang mit dem sensiblen Thema am fiktiven Beispiel eines plötzlichen Todesfalls am Arbeitsplatz. Termin ist Dienstag, 10. November, von 14 bis 16 Uhr, bei der IHK Lüneburg.

Anmeldungen sind noch bis Freitag unter (04131) 742 00 möglich.

Von Steffen Kahl

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