Ein neues EU-Gesetz kann Jägern in manchen Gebieten die Pirsch vergällen

Reviere im Visier

+
Wenn ein neues Gesetz in Deutschland in Kraft tritt, können Grundbesitzer aus Gewissensgründen die Jagd auf ihren Grundstücken verbieten.

Uelzen/Landkreis. Ein guter Jäger ist geduldig. Wer auf dem Hochsitz sitzt, muss warten können. Derzeit warten die Jäger auf eine Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt, die ihnen das Jagen schwerer machen könnte.

Denn nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte aus dem vergangenen Jahr können private Besitzer von Grundstücken unter 75 Hektar das Jagen auf ihren Grundstücken verbieten.

Bislang sind sie Zwangsmitglieder der Jagdgenossenschaft und müssen das Jagen auf ihrem Gebiet dulden. Mit dem Urteil des Gerichtshofes in Straßburg dürfen sie nun aus Gewissensgründen die Jagd untersagen. Das Jagdgesetz wird derzeit auf Bundesebene angepasst, mit einer Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt wäre es bindend. „Deshalb wird es nun nicht dazu kommen, dass der Landkreis Uelzen nicht mehr bejagt wird“, sagt Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge. Bisher seien bei ihm sehr wenig Anträge eingegangen von Grundbesitzern, die mit der Gesetzesänderung nicht mehr quasi „Gastgeber“ einer Jagd sein wollen. „Dafür müssen auf jeden Fall Gewissensgründe vorliegen“, meint Hellbrügge, wer das wolle, dürfe keinen Waffen- oder Jagdschein haben, dann wären die Gewissensgründe schwer zu beweisen.

Wenn es dann aber dazu käme, dass ein Grundstücksbesitzer die Jagd nicht dulden will, dann würde dem Jäger dies mitgeteilt werden, er würde dort nicht jagen, sagt Hellbrügge.

Von Kai Hasse

Mehr zum Fall lesen Sie am Mittwoch in der AZ.

Kommentare