Zahl der Beschäftigten über 65 Jahre steigt / Neu-Veerßener wünscht sich mehr Offenheit bei Betrieben

Als Rentner morgens zur Arbeit

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Erich Hackner sagt, er fühle sich noch nicht wie 68 Jahre. Er will noch arbeiten, auch um seine Haushaltskasse aufzubessern. Seine Bewerbungen bekam er bislang jedoch mit Absagen zurückgeschickt.

Uelzen-Veerßen. Die Jungen rennen schneller, aber die Alten kennen die Abkürzungen. Die Redensart wird dem deutschen Unternehmer Willibert Krüger zugeschrieben. Und Politiker bedienen sich des Spruches, wenn es um die Chancen für Ältere im Berufsleben geht.

Dem 68-jährigen Erich Hackner, der seit drei Jahren in Veerßen lebt, sind die Zeilen noch von Bundestagspräsident Norbert Lammert in den Ohren. Wie wahr doch der Spruch sei, sagt Hackner. Aber bei den Arbeitgebern bleibe er unerhört, meint er. Erich Hackner ist Rentner, will arbeiten, seine Bewerbungen aber bekommt er mit Absagen zurückgeschickt.

Über Jahrzehnte arbeitete der gebürtige Bayer als Krankenpfleger. Als er mit Mitte fünfzig wegen der langjährigen Stelle in einer forensischen Abteilung in Frührente ging, war das nicht das Ende seines Berufslebens. Er betreute fortan privat Pflegepatienten – zuletzt im vergangenen Jahr in Köln. „Ich brauche das, sonst fällt mir die Decke auf den Kopf“, sagt Hackner. Er verhehlt nicht, dass er auch das Geld benötigt. Hackner bekommt eine überschaubare Rente, seiner Lebensgefährtin ergeht es nicht anders.

Astrid Jansen-Kuhnke von der Schuldnerberatung des Caritasverbandes Uelzen/Lüchow-Dannenberg weiß von ihrer Beratungstätigkeit, dass Arbeiten im Rentenalter keine Ausnahme ist. „Wir haben einige Rentner, die einen Minijob haben oder eine Tätigkeit suchen“, berichtet sie. Besonders wenn ein Eigenheim zu halten sei, würden Ruheständler noch eine Stelle suchen.

Von Norman Reuter

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