„Rennen ist wieder offen“

Wo wird welche Schulform im Kreis Uelzen künftig unterrichtet? Die Diskussion in den politischen Parteien ist voll entbrannt. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis - Von Marc Rath. In der Gesamtschul-Diskussion im Landkreis Uelzen hat das Hase- und Igel-Rennen begonnen. Die Grünen haben jetzt einen konkreten Antrag an den Kreistag formuliert. Sie fordern die Gründung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) im Kreisgebiet mit mehreren Außenstelle zu untersuchen. „Die Außenstellen sollen ein wohnortnahes Schulangebot erhalten – zum Beispiel in Bad Bodenteich, Suderburg, Ebstorf und Rosche“, heißt es.

Die grüne Kreistagsfraktion setzt damit die vor der Sommerpause entwickelten „Perspektiven für die Schulpolitik im Landkreis“ fort. Dort hatte sich die Partei für IGS-Standorte dort positioniert, wo derzeit eine Haupt- und Realschule existiert. Über Außenstellen-Lösungen könnte hier bis zur 9./10. Klasse unterrichtet werden. Erst als „zweite Variante“ würden die Grünen demnach die Einrichtung einer größeren IGS in Uelzen unterstützen, heißt es in dem seinerzeit verabschiedeten „Kommunalpolitischen Ratschlag“.

Uelzens SPD-Ortsvereinsvorsitzende Ute Röling hatte vor wenigen Tagen einen Antrag ihrer Fraktion für die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule angekündigt und auch einen Start dieser Schulform für das nächste Schuljahr als erstes Ziel formuliert. Der neue Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Ralf Munstermann, griff wenig später korrigierend ein: Er fordert zuvor „eine vernünftige Arbeitsgrundlage“ und möchte das Thema „aus dem Kommunalwahlkampf heraushalten“, sagte er unlängst vor Parteifreunden (AZ berichtete).

„Damit ist das Rennen wieder offen“, kommentiert die schulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Ina Korter, Munstermanns Bremsaktion gegen die eigene Ortsvereinsvorsitzende. Korter, die ihre Uelzener Parteifreunde in schulischen Fragen berät, appelliert, die Diskussion jetzt zügig zu führen. Nach einem Beschluss sei mindestens ein Jahr erforderlich, bis eine neue Schule an den Start gehen kann.

Sie sieht im Kreis „dringenden Handlungsbedarf“. Schon heute gebe es Eltern aus dem Nordkreis, die ihre Kinder bei der neuen IGS in Lüneburg anmelden. Im Südkreis könnte dies ebenfalls passieren, da im Kreis Gifhorn die IGS-Diskussion weit fortgeschritten ist.

Ein Gesamtschulangebot in der Stadt Uelzen und in den Samtgemeinden schließt sich nicht aus, meint hingegen SPD-Kreistagsfraktionschef Jacques Voigtländer. Der Sozialdemokrat blickt dabei auch auf die jüngste Bewegung in der Landespolitik. Danach zeichnet sich ab, dass Gesamtschul-Gründungen auf dem Land erleichtert werden sollen. Voigtländer: „Die Samtgemeinden als Schulträger müssen aber mal in die Pötte kommen.“

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