Renate Künast spricht in Uelzen über Kleidung, Essen und Körperpflege / Politikerin erteilt Betreuungsgeld eine Absage

„Alltägliches“ als Gepäck im Wahlkampfbus

+
Sprachen über ökologische Kleiderproduktion: Renate Künast und Stefan Deerberg.

nre Uelzen. Die Botschaft ist unmissverständlich: „Renate ist unterwegs“ steht in großen Lettern auf dem Wahlkampfbus der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, Renate Künast. Gestern machte das Fahrzeug Halt im Landkreis Uelzen.

Der Wahlkampfbus hatte auf Einladung des grünen Kreisverbandes die Route über die Heide genommen. Mit im Gepäck: „Themen, die unser tägliches Leben prägen“, formulierte es Renate Künast in einer kleinen Gesprächsrunde im Restaurant „Lässig“ des Uelzener Hundertwasser-Bahnhofs, zu der vor allem Grüne gekommen waren. Mit drei Schlagwörtern verdeutlichte die Politikerin, worum es ihr gehe: „Das Essen, die Körperpflege und die Kleidung“ – Selbstverständliches also, zu dem die Grünen aber eine Vorstellung hätten, wie es sich umweltfreundlicher und für die Menschen auch gesünder gestalten ließe. So sei sie auch „bewusst und gerne in die Region gekommen“, um sich in Velgen mit der Firma Deerberg ein Beispiel anzuschauen, wie sich Wirtschaft und Ökologie zusammenbringen lassen. Die Fraktionsvorsitzende hatte bei einem Rundgang durch das Werk im Vorfeld der Gesprächsrunde mehr über die Herstellung von Naturmode erfahren. Firmenchef Stefan Deerberg setzt, wie er auch noch einmal im „Lässig“ sagte, bei der Herstellung von Kleidung auf Transparenz und rannte damit bei der Grünen-Politikerin offene Türen ein: Es müsse für den Käufer nachvollziehbar sein, woraus und wie Kleidung produziert werde, sagte Künast. Gleiches gelte auch für andere Produkte und Lebensmittel, sodass Verbraucher sich bewusst für das eine und gegen das andere entscheiden könnten. In der Konsequenz könne damit der Billigproduktion von beispielsweise Kleidung eine Absage erteilt werden, was letztlich dazu führe, dass die Unternehmen bessere Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter schaffen.

Daran ist auch Gabriel Siller, Geschäftsführer des Diakonieverbandes Nordostniedersachsen, bei den Angestellten der Kindergärten interessiert. An Künast richtete er den Wunsch, dass bei einer Regierungsverantwortung der Grünen nach der Wahl, das Betreuungsgeld wieder abgeschafft werden sollte. Das Geld lasse sich sinnvoller für eine bessere Bezahlung der Angestellten und der Ausstattungen der Einrichtungen verwenden, den Kommunen könne dies nicht alleine aufgebürdet werden. Die Diakonie unterhält im Kreis sieben Kitas. Künast widersprach nicht. Vor dem Hintergrund, dass schon jetzt Frauen stärker von Altersarmut betroffen seien, sei für die Grünen auch nicht nachvollziehbar, dass man Mütter mit dem Betreuungsgeld länger als nötig vom Arbeiten abhalte. „Das macht sich bei der Rente später bemerkbar“, so Künast.

Kommentare