Sechs Wochen nach dem Start: Zuckerfabrik Uelzen ist mit Kampagne sehr zufrieden

Rekorde bei der Rübe

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Produktion unter Volldampf: Die aktuelle Rübenkampagne der Uelzener Zuckerfabrik hat am 8. September begonnen. Jetzt zieht die Werksleitung ein rundum positives Zwischenfazit.

Uelzen. „Wir leben von der Hand in den Mund“, sagt Sven Buhrmann und lacht. Der Werksleiter der Uelzener Zuckerfabrik meint damit aber keineswegs die wirtschaftliche Situation des Unternehmens, sondern die kurze Zeitspanne zwischen der Ernte der Rüben und ihrer Verarbeitung im hiesigen Werk der Nordzucker AG.

Der Transport der süßen Fracht läuft rasch und reibungslos. Seitdem die aktuelle Kampagne am 8. September begonnen hat, rollen im Schnitt täglich 921 Fahrzeuge zur Uelzener Fabrik.

Buhrmann und Rübenmanager Georg Sander sind mit dem bisherigen Verlauf der Rübenkampagne daher hoch zufrieden. „Es läuft sehr gut“, erklärt Buhrmann. Bis gestern waren bereits 30 Prozent der voraussichtlichen Gesamtmenge Rüben geernet und verarbeitet. Durchschnittlich werden derzeit 19 600 Tonnen pro Tag geschnitzelt, in Spitzenzeiten sogar rund 21 000 Tonnen.

„Diese Verarbeitungsleistung haben wir in Uelzen noch nie gehabt“, freut sich Buhrmann. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison, die durch Wetterkapriolen beeinträchtigt wurde, waren es rund 17 000 Tonnen pro Tag.

Zudem haben die Feldfrüchte in diesem Jahr eine hervorragende Qualität. Eine frühe Bestellung der Felder schon ab Ende März, ein trockenes und sonniges Frühjahr, dazu ab Juli ausreichende Niederschläge – all das hat dazu beigetragen, dass die Rüben prächtig gewachsen sind und einen prognostizierten Zuckergehalt von 17,7 Prozent erreichen sollen. Auch die Erntebedingungen sind zurzeit ideal. „Wir haben trockenes Wetter und bekommen nur wenig Erde, Steine und Kraut mit den Rüben angeliefert“, berichtet Buhrmann.

Ein weiterer Grund für die hohe Verarbeitungsmenge sind Verbesserungen, die die Fabrik im Bereich der Schneidmaschinen-Station vorgenommen hat. Dort können die Messer nun dickere Rübenschnitzel schneiden. „Dadurch haben wir weniger Probleme bei der Auslaugung des Zuckers“, erklärt Buhrmann. Nicht zuletzt wurde die Station personell verstärkt und auf ein Vier-Schicht-System an sieben Tagen in der Woche umgestellt.

„Man schneidet schon seit über hundert Jahren Rüben. Doch wir stellen fest, dass man da immer noch etwas rauskitzeln und verbessern kann. Das ist erstaunlich“, sagt Rübenmanager Sander. Er dankt auch den Landwirten und dem Maschinenring für die schnelle und ausreichende Versorgung mit Rüben.

Jetzt haben Buhrmann und Sander noch einen Wunsch: Bis zum Ende der Kampagne im Januar 2012 hoffen sie auf milde, sonnige Tage und kalte Nächte. „Das wäre das optimale Wetter für die Rüben. Dann steigen die Zuckergehalte fast täglich“, erklärt Buhrmann.

Von Bernd Schossadowski

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