Uelzens Bahnhof zieht weiterhin Touristen aus ganz Deutschland an / Täglich Führungen

Reise in die Hundertwasser-Stadt

Angereist aus Nordrhein-Westfalen: Bevor die Führung im Bahnhof startet, wollte die Gruppe noch den Weg der Steine sehen. Fotos: Jansen

Uelzen. Ungebrochen ist das Interesse der Touristen aus ganz Deutschland am Uelzener Hundertwasser-Bahnhof.

Ein Reisebus aus dem nordrhein-westfälischen Gummersbach trifft am Sonnabend ein: Die MS-Aktivgruppe hat eine Führung durch den Hundertwasser-Bahnhof gebucht, mit Besichtigung der Ausstellung, sagt die Gruppen-Leiterin Bärbel Tümmler, während sie ihre Mitreisenden über den Programmablauf informiert. „Erst geht es nun entlang der roten Stehlen in die Stadt. “ Entschlossen dreht sie ihren Rollstuhl in Richtung Stadt: „Mir nach!“ Die Führung durch den Bahnhof ist für zwölf Uhr gebucht und vorher will die 25-köpfige Gruppe den Weg der Steine von Dagmar Glemme erkunden.

Martin Leßmann und Herbert Lange kommen immer mal wieder wegen des Bahnhofs aus Bremen – und nun zur Ausstellung.

Die Hundertwasser-Ausstellung zieht Interessenten an und lockt Hundertwasser-Fans, die den Bahnhof schon mehrfach besichtigt haben, ein weiteres Mal in die „Hundertwasser-Stadt“, erzählt Margret Drögemüller, die zur „offenen Führung“, die täglich um elf Uhr beginnt, „leider nicht zum ersten Mal“ alleine bleibt. Trotzdem sei es wichtig, dass jeden Tag jemand für die Führung zur Verfügung stehe, weiß sie aus Erfahrung. Mal seien es einzelne Gäste, die dann nach einem ersten Blick doch eine Führung wünschen. Ein anderes Mal kommen informierte Gäste zur Besichtigung des Bahnhofs, die es bevorzugen, den Bahnhof alleine zu erkunden.

Und tatsächlich, wie auf Zuruf, kommt ein Ehepaar aus Landau in den Hundertwasser-Laden, sieht sich suchend um. Dieter Fröhlich kannte Hundertwasser persönlich und kennt Schweizer Galeristen, die Werke des österreichischen Künstlers schon zu dessen Lebzeiten ausstellten, erzählt er und freut sich über die „gelungene Symbiose“ am Hundertwasser-Bahnhof. Der Bahnhof in Kombination mit der Ausstellung begeistert ihn. „Besser kann man die naturphilosophische Haltung Hundertwassers nicht präsentieren“, sagt er.

Der 50-minütige Film „Regentag“ läuft an diesem Morgen schon zum zweiten Mal. „Wer den Film vorher gesehen hat, sieht Ausstellung und Bahnhof mit anderen Augen“, berichtet Cornelia Hoffmann aus Landau, „der Künstler und sein Werk sind mir selten so komplex nah gebracht worden.“ Sie freut sich auf ihrer Urlaubsreise nach Mecklenburg-Vorpommern über den Zwischenstopp in Uelzen. „Das ist die Gelegenheit, den berühmten Bahnhof endlich mal selbst zu erleben.“

Immer wieder entstehen Gespräche über Hundertwasser, sein Werk, sein Leben und „seinen“ Bahnhof. „Der Austausch mit anderen Besuchern auf dem Hundertwasser-Bahnhof bringt neue Anregungen“, lobt Hoffmann, die an ihrem Wohnort im Kulturverein engagiert ist, das besondere Erlebnis in Uelzen. „Wir kommen noch mal wieder.“

Von Angelika Jansen

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