Aus reiner Lust am Prügeln

Zwei ei Überfälle durch jugendliche Täter werden im November vor dem Amtsgericht Uelzen verhandelt. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Es ist eine neue Qualität von Jugendgewalt, die in Uelzen bislang unbekannt war: Fünf Jugendliche stürmen in einer Unterrichtspause einen zufällig ausgewählten Klassenraum der Berufsbildenden Schulen I an der Wilhelm-Seedorf-Straße, attackieren mehrere Schüler mit Schlägen. Am Oldenstädter See überfällt ein Quartett junger Männer mehrere Schüler, misshandelt sie schwer – auch diese Opfer wurden zufällig ausgesucht. Jetzt werden die beiden Fälle von Februar und August, die in Uelzen eine Debatte über den richtigen Umgang mit Jugendkriminalität auslösten, vor dem Uelzener Jugendgericht verhandelt.

Am Donnerstag, 25. November, wird um 9 Uhr der Überfall auf die BBS I vor Richterin Angela Neßelhut verhandelt. Auf der Anklagebank sitzen vier polizeibekannte Jugendliche zwischen 17 und 19 Jahren. Sie waren laut Polizei gegen 13.30 Uhr in einer Unterichtspause in einen Klassenraum gerannt, in dem sich gerade Schüler ohne Lehrkräfte aufhielten. Dort attackierten sie mehrere Schüler, bis sich eine Schülerin dazwischenstellte, teilte die Polizei nach der Tat mit. Dann sei es zu einem Handgemenge mit Schlägen und Tritten gekommen, bei dem mehrere Schüler leicht verletzt wurden.

Während bei dem Vorfall in der BBS mehrere Schüler leicht verletzt wurden, prügelten andere Täter im August am Oldenstädter See ihre Opfer krankenhausreif. Die 17 und 18 Jahre alten Schüler, zwei Jungen und ein Mädchen, aus dem Landkreis Uelzen wollten in ihren Sommerferien am See zelten, als vier polizeibekannte Täter sie überfielen und brutal zusammenschlugen. Außerdem raubten sie ihnen die Handys. Das 18-jährige Mädchen musste tagelang mit schweren Verletzungen im Krankenhaus liegen. Das Amtsgericht hatte nach dem Überfall Haftbefehl gegen die vier jungen Männer im Alter zwischen 16 und 20 Jahren erlassen, von denen zwei zum Tatzeitpunkt unter Bewährung standen und die nach Polizeiangaben offenbar aus reiner Lust, sich zu prügeln, über ihre Opfer herfielen. Das Verfahren gegen das Quartett vor dem Jugendgericht wird am 3. November um 9 Uhr fortgesetzt.

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