Reif für den Abriss

Turnhallen im Kreis Uelzen marode – und gleich drei sind wohl nicht zu retten

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Die Turnhalle des Lessing-Gymnasiums – hier eine Sperrung, nachdem Randalierer unter anderem den Inhalt eines Feuerlöschers verteilt hatten – gilt als marode.

Uelzen/Landkreis. Um die Sporthallen in Stadt und Landkreis Uelzen ist es nicht gut bestellt.

Marode: Die Pestalozzi-Halle, die derzeit als Flüchtlingsquartier dient.

Das geht aus einer Bestandsaufnahme des Gebäudemanagements Uelzen/Lüchow-Dannenberg hervor, die Fachbereichleiter Eckhardt Meier am Donnerstag im Schulausschuss des Kreistages präsentierte. Von den acht vorgestellten Hallen sind zwei derart ramponiert, dass eine Sanierung schon jetzt nicht mehr wirtschaftlich darstellbar sei. Über kurz oder lang sind die Halle der ehemaligen Pestalozzi-Schule und die Sporthalle Nord des Lessing-Gymnasiums dem Abrissbagger geweiht. Bei der großen Turnhalle der Kooperativen Gesamtschule Bad Bevensen will das Gebäudemanagement noch einmal mit spitzem Bleistift rechnen, ob eine Sanierung noch lohnt. Aber in der Vorlage heißt es bereits unter dem Punkt „Sanierung sinnvoll“: eher nicht.

Fest stehe aber auch: „In den kommenden fünf Jahren werden wir die Hallen aber noch soweit instand halten können, dass dort Schul- und Vereinssport möglich sein wird“, sagte Meier auf AZ-Nachfrage.

Eine detaillierte Aufstellung der Kosten für den jeweiligen Sanierungsaufwand einer Halle konnte Meier dem Ausschuss noch nicht präsentieren. Grund: In den vergangenen Wochen und Monaten sei für das Gebäudemanagement die Bereitsstellung von Flüchtlingsunterkünften vordringlich gewesen, so Meier. Gleichwohl konnte Eckhardt Meier auf Nachfrage von Ausschussmitglied Karsten Jäkel (CDU) zumindest einen Fixpunkt nennen, wohin die Reise finanziell gehen wird: Der Neubau einer Sportstätte in der Größenordnung der LeG-Halle Nord (1000 Quadratmeter Hallenfläche) koste zwischen zwei und drei Millionen Euro. Unterm Strich rollen auf das Gebäudemanagement beziehungsweise den Landkreis Sanierungskosten in zweistelliger Millionenhöhe zu.

Die größten Posten wären Komplettsanierungen der beiden Hallen in Ebstorf. Wobei im Fall der neuen Sporthalle Voraussetzung wäre, dass die Dachkonstruktion in Ordnung ist. Die besteht aus Spannbetonbindern. Auch die Turnhalle des Herzog-Ernst-Gymnasiums müsste runderneuert werden. Am besten in Schuss sei noch die Sporthalle der Oberschule Rosche, wie Meier dem Ausschuss mitteilte.

Alle im Ausschuss präsentierten Sporthallen stammen aus den 80er Jahren und sind zum Teil im Laufe der Jahre modernisiert worden.

Von Jens Schopp

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