AZ-Serie: Die Geschichte des BGS- und Bundespolizeistandortes bei Uelzen

177 Reichsmark für den Hainberg

Die Lage bis 1953, eingezeichnet sind das Lager Melzingen und der ehemalige Flugplatz im Südwesten. Schräg hindurch verläuft die heutige Ebstorfer Straße. Karte: Privat

kah Uelzen. Wo später der Uelzener BGS- und dann der Bundespolizei-Standort Hainberg entstehen sollte, lag Ende der 30er-Jahre noch Wald und Acker. Um dieses Gebiet rangen Grundbesitzer und das Deutsche Reich.

Auf der einen Seite standen zehn Erbhofbauern aus Melzingen, Bohlsen, Barnsen und Westerweyhe, auf der anderen Seite das Luftwaffenbauamt Stendal, das hier einen Standort in der Nähe Uelzens aufbauen wollte, mit einem Lager am Hainberg und einer Flugbahn südwestlich davon, beim heutigen Immenhof. In die Verhandlungen waren auch die Kreisbauernschaft Uelzen, die Landesbauernschaft Niedersachsen, Hannover und das Anerbengericht Uelzen eingeschaltet. Und die Bauern hatten Mühe, nicht über den Tisch gezogen zu werden. Nach über einem Jahr Verhandlungen endlich kam es 1939 zum Abschluss eines Vertrages. Die Luftwaffe wollte 177 Reichsmark pro Jahr bezahlen. Ein Tiefbauunternehmen rückte an, die Kolonnen waren noch mit Äxten und Schrotsägen ausgerüstet. Anfang 1940 war die Hälfte des Melzinger Lagers mit Baracken bebaut.

Plötzlich stoppten die Arbeiten. Der Grund: Der Frankreich-Feldzug des Deutschen Reiches war erfolgreich gewesen, man glaubte, ihn nicht mehr zu brauchen. Die Bauern, die das Areal im Südwesten besaßen, bekamen ihr Land wieder, nur das Melzinger Lager, im Besitz nur eines Bauern, mietete der Staat weiter. Die Luftwaffe nutzte die Gebäude zunächst als Ausbildungslager, dann als Bekleidungslager.

Die Region um Uelzen war vom Krieg bedroht. In blutigen und sinnlosen Kämpfen ließen Heidjer ihr Leben. Der Winter war kalt, Essen rar. Hier, am Hainberg, lagerte ein Schatz: beheizbare Stiefel, mit Fell gefütterte Ledermäntel, Leibbinden aus Wolle.

Und dann kam der Befehl, die Gebäude und die Lager mit diesen Kostbarkeiten zu sprengen. Der nächste Teil erscheint am Sonnabend, 29. Juni.

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