Samtgemeinde Rosche beteiligt Bürger an Planungen zur Infrastruktur

Region attraktiv mitgestalten

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Bald geschlossen: Kiehns Gasthaus in Rosche ist einer der wenigen Saalbetriebe in Rosche. Über die Zukunft ihrer Ortschaften in der Samtgemeinde sollen sich die Einwohner nun Gedanken machen.

Rosche. Vereinsamung, Verödung und Überalterung – die Samtgemeinde Rosche kämpft gegen den Verlust von Bevölkerung und den demografischen Wandel. Helfen soll der Kommune das „Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept“ (IEK) des Sozialministeriums.

Im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Kleine Städte und Gemeinden“ hat die Samtgemeinde Rosche am vergangenen Dienstag ein erstes Konzept für die Durchführung umfangreicher städtebaulicher Maßnahmen in allen Gemeinden erarbeitet. Doch weitere Ideen sollen folgen. Deshalb findet am Dienstag, 26. Februar, um 19 Uhr in Kiehns Gasthaus in Rosche eine Informationsveranstaltung zur Bürgerbeteiligung statt.

„Es sind einige Projekte auf der Liste“, weiß Samtgemeindebürgermeister Herbert Rätzmann, ohne konkret zu werden. Die Kommune verliere Bevölkerung und überaltere, was insofern eine gewisse Dramatik in sich birgt, weil die Samtgemeinde Rosche 51 Ortschaften hat und eine Vielzahl davon weniger als 50 Einwohner hat. „Da steht zu befürchten, dass kleine Orte aussterben“, sagt Rätzmann. Die Samtgemeinde habe Glück, dass sie in das Förderprogramm aufgenommen wurde, so der Verwaltungschef. Es soll der Dorfbevölkerung die Möglichkeit gegeben werden, aktiv zu sein. Als positives Beispiel nennt Rätzmann das Dorfgemeinschaftshaus Dalldorf. Es wird von Bürgern betrieben und verwaltet.

Doch kann mit Entwicklung auch ein Rückbau gemeint sein. Rätzmanns Allgemeiner Vertreter, Rolf Musik, nennt das Beispiel Oetzen. Dort wurde das alte Gemeindehaus abgerissen und nicht durch ein gleichwertiges Bauwerk ersetzt. In einem Pavillion befindet sich inzwische lediglich ein Bekanntmachungskasten. Alles Weitere müssen die Oetzener nun im Roscher Rathaus erledigen. „Damit trägt man der Infrastruktur Rechnung“, sagt Musik. Die Einwohner der Samtgemeinde Rosche müssten sich darauf einrichten, dass kommunale Einrichtungen in den großen Orten gebündelt werden.

Ein spannendes Thema wird auch die Frage nach den Mini-Schulstandorten sein. „Wir haben zwei Standorte, die zur Diskussion stehen“, zeigt Rätzmann auf und blickt auf die Entwicklung der Schülerzahlen.

Natürlich spielen auch die Arbeitsplätze eine wichtige Rolle, aber die Region müsse auch ärztliche Versorgung und Kinderbetreuung vorhalten.

Das Handlungskonzept der Samtgemeinde Rosche ist auf zehn bis 15 Jahre konzipiert. Ziel ist es laut Musik, „sinnvoll den Bedarf anzupassen“. Auch die Bürger der Gemeinden sollen sich bei diesen Überlegungen einbringen. Neben dem Infoabend am kommenden Dienstag können alle Interessierten ab Anfang März bis Anfang April die Unterlagen im Internet anschauen. Ideen, wie die Region attraktiv gestaltet werden kann, können dann jederzeit im Roscher Rathaus abgegeben werden.

Von Jörn Nolting

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