Gießaktion unter Beteiligung von Anwohnern, Stadt und Citymanagement am Schnellenmarkt

Regen aus der Kanne für rote Rosen

+
Auf zu den nächsten Pflanzen: Siegfried Grassau marschiert mit der Trompete vorweg.

Uelzen. An die Kannen, fertig los: Am Sonnabend startete eine Delegation aus Hauseigentümern, Anwohnern, Vertretern der Stadt und des City Managements mit Gießkannen bewaffnet am Schnellenmarkt, um in einem zweiten Schritt zu vollenden, was am Tag zuvor bereits begonnen wurde.

An 20 verschiedenen Standorten im Schnellenmarktviertel wurden Rosenpflanzen, die übrigens aus einer patentierten speziellen, eigens für den Schnellenmarkt entwickelten Züchtung stammen, gesetzt (AZ berichtete). In einer Gießaktion galt es nun, die zarten Pflänzchen anzugießen, auf das der Bereich rund um den Schnellenmarkt sowohl im wörtlichen, als auch übertragendem Sinn aufblühen möge. Damit die Arbeit flotter von der Hand geht, wurden die Teilzeitgärtner von Susanne Niebuhr und Siegfried Grassau auf Akkordeon und Trompete begleitet. Und so zog der Tross zu den Klängen von „Für Dich soll es rote Rosen regnen“ und „Rosen aus Amsterdam“ von Rosenstock zu Rosenstock.

„Eine prima Aktion“, meint Pauline Bombeck, Anwohnerin am Schnellenmarkt. „Vorher kannte ich hier niemanden. Durch diese ganzen Aktivitäten in unserem Viertel haben sich Gemeinschaften entwickelt, wurde unser Zusammenhalt gestärkt. Ich fühle mich hier nun wesentlich wohler“.

Manfred Hahn, Geschäftsführer der Haus- und Grundstückseigentümervereinigung Uelzen, begutachtet die Blumenpflege.

Auch Susanne Knaust aus der Planungsabteilung der Stadt Uelzen zeigt sich zufrieden mit der gelungenen Aktion: „Wir sind ja im Winter das ganze Viertel abgegangen, haben die Fassaden besichtigt und alle Eigentümer angeschrieben. Da ist es schön zu sehen, dass sich die Mühe auch gelohnt hat.“ Einen Wehrmutstropfen gibt es jedoch: „Teilweise sind wir bei den Anwohnern auf Ablehnung gestoßen. ‘Ich gieß das sowieso nicht’, bekamen wir beispielsweise zu hören. Aber so ist das manchmal, viele Menschen brauchen auch zunächst erst einmal den optischen Beweis, bevor sie Bereitschaft zum Mitmachen zeigen.“ Ähnlich äußerte sich auch Citymanager Joachim Lotz: „Einerseits ist da die Freude über das gemeinsame Engagement, aber es könnten noch viel mehr Anlieger Bereitschaft zeigen.“

Dennoch geht es kräftig voran im Schnellenmarktviertel: In der kommenden Woche wird die Grundreinigung des Marktbrunnens beginnen, danach werden in einer Testphase Musterlaternen angebracht, um einem weiteren Wunsch der Anwohner nach mehr Beleuchtung zu entsprechen.

Und in naher Zukunft wird der Schnellenmarkt endlich zu dem Ort werden, den sich alle Beteiligten wünschen: Zum „Platz der Möglichkeiten“ mit Bürgertreffen, Flohmärkten und vielen Veranstaltungen auf einem der schönsten Plätze, die die Uelzener Innenstadt zu bieten hat.

Von Oliver Huchthausen

Kommentare