Reese für breites Angebot in der Fläche

Uelzen/Landkreis - Von Marc Rath. Substanz vor Schnelligkeit – dies fordert der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Claus-Dieter Reese, in der Diskussion über die Gestaltung der künftigen Schullandschaft im Landkreis. Reese warnt dabei vor „Schnellschüssen“. Dabei bezieht der Christdemokrat Position gegen die aktuellen Anträge der Kreistagsfraktionen von SPD und Grünen, die auf unterschiedlichen Wegen die Gründung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) im Landkreis voranbringen wollen.

Der CDU-Fraktionschef will sich neuen Schulformen indes nicht verschließen. Er fordert jedoch eine Debatte „mit Augenmaß“. Die Gründung einer IGS werde nur am Standort Uelzen funktionieren, werde dann aber Sekundarschulstandorte in der Fläche gefährden, erwartet er. „Alles andere ist ein frommer Wunsch“, mahnt Reese. Die Christdemokraten werden in jedem Fall den Erhalt der beiden Gymnasien sichern wollen. Auch das Abitur am Fachgymnasium und „das breit gefächerte Angebot der Berufsbildenden Schulen werden wir nicht aus den Augen verlieren“, kündigt er für die Debatte an.

Reese kann sich vielmehr vorstellen, das System der Kooperativen Gesamtschule auf weitere Standorte im Kreis auszuweiten. Dies könne über Neugründungen oder über Zweigstellenlösungen geschehen. „Wir könnten dann Schuleinzugsgebiete bilden und eine wohnortnahe Beschulung ermöglichen“, zeigt sich Reese hier offen. Zugleich sieht er in dieser Variante Vorteile bei der Schülerbeförderung.

Bei der Schulentwicklungsplanung müssten Fehlinvestitionen vermieden werden, fordert der CDU-Fraktionschef. Er hält hier zwei Schulträger (Stadt und Landkreis Uelzen) für die weiterführenden Schulen in der heutigen Zeit für kontraproduktiv: „Die Stadt Uelzen hört das nicht gerne, aber ich werde mich dafür stark machen, dass der Landkreis hier alleiniger Schulträger wird.“ Von der Lösung „in einer Hand“ verspricht sich Reese auch Kostenersparnisse.

„Wir müssen dafür Sorge tragen, dass mehr Schüler höherwertige Schulabschlüsse erwerben“, unterstreicht der Christdemokrat. Dies müsse bereits im Vorschulalter gefördert werden. Reese spricht sich auch für mehr Ganztagsschulen aus, in denen am Nachmittag schwächere Schüler begleitet werden: „Das sehe ich in unserer jetzigen Schullandschaft nicht.“

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