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Rechnungen der Kurgesellschaft gehen nicht auf

Die Finanzen der Bevenser Kurgesellschaft (KurGmbH) erhitzen die Gemüter: Der Jahresabschluss 2013 offenbart, dass der Betreiber der Bad Bevenser Jod-Sole-Therme wesentlich tiefer in den roten Zahlen steckt, als kalkuliert – 1,94 Millionen Miese statt 1,3 Millionen.

Und auch im laufenden Geschäftsjahr wird die Gesellschaft die geplanten 1,4 Millionen Euro Defizit nicht halten können, das steht schon heute fest. Klar ist, dass ein Betrieb wie die Jod-Sole-Therme – so wie sie derzeit aufgestellt ist – ein Zuschussgeschäft bleiben wird. Und klar ist auch, dass Bad Bevensen und die Region die Therme brauchen – vor allem als Wirtschaftsfaktor, der Arbeitsplätze sichert und schafft.

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Aber auch als Grundlage für Infrastruktur, kulturelle Angebote und andere Elemente, die die Lebensqualität der Einwohner um ein Vielfaches erhöht im Vergleich zu anderen Städten von Bevensens Größe. Ohne die Therme wäre Bad Bevensen eine andere Stadt. Dass die Finanzen aber derart entgleisen, ist nicht zu tolerieren – immerhin werden die Verluste von den Gesellschaftern, also dem Landkreis und Stadt Bevensen ausgeglichen und damit von den Einwohnern der Kommunen. Statt die Defizite aber offensiv zu erklären und Lösungsansätze zu formulieren, gibt sich der Mehrheitsgesellschafter seit Jahren wenig auskunftsfreudig. Dabei dürften die Zahlen wenig überraschen – zumindest die zurückgehenden Besucherzahlen in den Jahren 2013 und 2014. Immerhin wurde in der Zeit nahe der Therme nicht nur einmal der Baukran aufgestellt, was grundsätzlich gut ist, aber eben Unannehmlichkeiten für die Nutzer mit sich bringt: Die Salz- und Solewelt wurde 2013 gebaut, der Spa- und Vitalbereich komplett umgekrempelt. Seit dem Frühjahr 2014 nun die Großbaustelle nebenan, das alte Kurhaus wurde abgerissen, bis 2016 soll das neue stehen. Was also überrascht, sind nicht die Besucherzahlen, sondern eher der Umgang mit dieser Entwicklung: Der Werbeetat wird auf Hamburg konzentriert. Sollte er nicht eher breiter gestreut investiert und erhöht werden, um die Gäste, die da sind, zu halten? Der Thermeneintritt wird teurer – mit der Begründung, dass mit der Salz- und Solewelt ein weiteres Angebot geschaffen wurde. Ist das der richtige Weg? Fest steht: Diese Rechnungen gehen derzeit nicht auf. Die Geschäftsführung hat schlicht falsch kalkuliert, die Umstände „schöngerechnet“ und der Aufsichtsrat hat nichts unternommen.

Von Wiebke Brütt

Rubriklistenbild: © Wendlandt

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