Tierquäler treiben in Holdenstedt und am Stadtwald ihr Unwesen

Rattengift in Hackbällchen

An der Probst-Raven-Straße am Stadtwald warnen inzwischen Schilder vor den giftigen Hackbällchen. Fotos: Wendlandt/Privat

Uelzen. Shari hat es nicht geschafft: Die Labradormischlingshündin aus Holdenstedt hatte vor einigen Tagen Rattengift-Köder gefressen und ist nun an den Folgen gestorben.

Auch eine Katze ist bereits verendet, und wahrscheinlich gibt es noch eine Reihe weiterer Vierbeiner, die mit dem Tod ringen, weil sie Opfer perfider Tierquäler geworden sind, die offensichtlich im Bereich Holdenstedt und nahe des Uelzener Stadtwaldes, an der Probst-Raven-Straße und am Beginenweg, ihr Unwesen treiben.

Die Tierärzte im Landkreis Uelzen sind nun alarmiert und warnen Hunde- und Katzenhalter vor der Gefahr. Denn die giftige Hackbällchen liegen nicht nur auf öffentlichem Grund, sondern werden offensichtlich auch auf Privatgrundstücke geworfen. Dr. Ulrike Müller, Tierärztin in Suderburg, hat das selbst erlebt: Sie war mit ihrem Hund zu Besuch an der Probst-Raven-Straße, als der Vierbeiner plötzlich am Zaun zu schnüffeln begann und etwas fraß. Es waren die präparierten Hackbällchen. „Wenn ein Hund Gift aufgenommen hat, wird er schlapp, will nicht mehr Spazierengehen und nicht mehr fressen“, sagt Dr. Müller. „Wenn das Tier auffällig wird, sollte man nicht lange warten, sondern sofort zum Tierarzt gehen“, rät sie. Denn das Rattengift sorgt dafür, dass die betroffenen Tiere innerlich verbluten. Wenn das Blut in Durchfall oder Erbrochenem äußerlich sichtbar wird, ist es meistens schon zu spät für eine Behandlung.

Eine Anliegerin der Probst-Raven-Straße hat inzwischen Anzeige bei der Polizei erstattet, nachdem sie gleich fünf giftige Hackbällchen auf ihrem Grundstück gefunden hatte. Außerdem hat sie Schilder in ihrer Nachbarschaft aufgehängt. „Denn es sind ja nicht nur Hunde und Katzen betroffen“, sagt sie, „ auch Igel und andere Tiere fressen das ja.“

Übrigens: Auch im Bereich Wittingen im Landkreis Gifhorn sind mit Rattengift präparierte Hackbällchen gefunden worden. Wer etwas Auffälliges beobachtet hat, sollte dies der Polizei Uelzen melden, die die Ermittlungen aufgenommen hat: Telefon (05 81) 93 00.

Von Ines Bräutigam

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