Bürger und Rathaus-Mitarbeiter reagieren überrascht auf Waltjes Rücktrittsankündigung

Ratlosigkeit in Bienenbüttel

Bürgermeister Heinz Günter Waltje

va Bienenbüttel. Große Ratlosigkeit herrscht in Bienenbüttel, seitdem in den vergangenen Stunden durchgesickert ist, dass Bürgermeister Heinz-Günter Waltje im kommenden Jahr vorzeitig aus seinem Amt ausscheidet.

Im Rathaus traf die Nachricht alle Mitarbeiter völlig unvorbereitet. „Es war schon überraschend, denn keiner wusste davon“, sagt eine Angestellte gegenüber der AZ. Sie bedauere es sehr, dass Waltje ein Jahr vor dem eigentlichen Ende seiner Amtszeit bereits im Frühjahr 2013 aufhören möchte. „Ich schätze ihn sehr und kann diesen Schritt nicht nachvollziehen. “ Auch der allgemeine Stellvertreter des Bürgermeisters, Frank Hagel, reagiert geschockt. „Doch es ist seine Entscheidung, die er für sich getroffen hat. Und das müssen wir Mitarbeiter akzeptieren“, ergänzt Hagel. Man habe damit gerechnet, dass es zu einem späteren Zeitpunkt geschehe.

Doch dieser Zeitpunkt sei nach 47 Berufsjahren und dem anstehenden 65. Geburtstag genau der richtige, meint Waltje. „So eine Entscheidung trifft man nicht spontan, sondern sie ist wohl überlegt.“ Konkrete Gründe für seine Entscheidung will er nicht nennen. „Noch bin ich sieben Monate im Dienst. Ich möchte mit Freude, Engagement und vor allem mit gutem Gewissen alles zu Ende bringen.“ Freunde und Bekannte, mit denen er gesprochen habe, hätten seine Entscheidung für richtig gehalten.

Das sehen einige Bienenbütteler anders. Man könne diesen Schritt nur schwer akzeptieren und halte den Rückzug für ein Unding, hieß es gestern beispielsweise bei einer nicht repräsentativen Umfrage im Ort. Waltje habe doch vorher gewusst, dass er in seiner Amtsperiode 65 Jahre werde. Er hätte das Amt noch eineinhalb Jahre zu Ende führen können. Sven Lingener hingegen akzeptiert Waltjes Entscheidung: „Es ist sein gutes Recht. Ich kann es verstehen, wenn er aus Altersgründen aufhören möchte. Sein Nachfolger wird bestimmt in große Fußstapfen treten.“ Das meint auch Rolf Jäger. Er hofft, dass nach Waltje ein jüngerer Kandidat das Ruder übernehme.

Traurig und betroffen dagegen sind Johanne Schoop und Emma Freyer. „Es ist aber auch nicht einfach als Bürgermeister, allen Menschen etwas recht zu machen. Er meinte es immer gut und bekam oft Knüppel zwischen die Beinen geworfen“, meint Freyer. Trotzdem könne sie die Entscheidung überhaupt nicht verstehen. „Nun muss es einer besser machen.“

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