Polizei prüft noch Zusammenhang von drei Taten / Diskussionen in Sozialen Netzwerken

Räuber-Truppe in Uelzen unterwegs?

+
Im Bereich des Ratsteiches in Uelzen soll sich der Überfall von Sonnabend zugetragen haben. Ein 18-Jähriger erklärte, er sei von einer Gruppe von bis zu fünf Männern überfallen worden.

Uelzen. Die Opfer sind junge Männer, die Beute stets Geldbörsen sowie Smartphones – binnen zehn Tagen wurde der Uelzener Polizei nunmehr der dritte Überfall gemeldet; in der Nacht zu Sonnabend soll er sich am Ratsteich ereignet haben (AZ berichtete).

Vier bis fünf Männer haben einen 18-Jährigen nach dessen Angaben geohrfeigt, ihm ein Tritt ans Bein versetzt und schließlich einen Elektroschocker eingesetzt. Nach kurzer Bewusstlosigkeit sollen dem jungen Mann die Geldbörse und das Handy gefehlt haben. Bei den Fällen am vergangenen Dienstag- und Mittwochabend wurden die Opfer bedroht und zur Herausgabe der Wertgegenstände aufgefordert.

Gegenüber der Polizei gaben die Beraubten an, dass sie von Personengruppen mit südländischem Aussehen überfallen wurden. Mal waren es zwei, mal vier Täter, in der Nacht zu Sonnabend könnten es sogar bis zu fünf Täter gewesen sein. Polizeisprecher Kai Richter erklärt gestern, es gebe Ermittlungen wegen „möglicher Raubdelikte“. Und: Noch prüfe die Polizei, ob es einen Zusammenhang der Taten gibt.

In den sozialen Netzwerken stellt sich für manchen Internet-Nutzer diese Frage gar nicht mehr. Dass es sich um Einzelfälle handeln könnte, wird in Abrede gestellt. Von einer Serie ist die Rede. Kommentare zeugen von Angst und Wut. Ressentiments gegen Geflüchtete und Ausländer sind wegen der Täterbeschreibungen zu spüren. Jemand bietet an, andere bei ihrem Heimweg vom Bahnhof aus zu begleiten – als Schutz vor möglichen Räubern.

Polizeisprecher Kai Richter hatte bereits nach dem zweiten Überfall erklärt, dass die Polizei ihre Präsenz im Innenstadtbereich verstärke. Auch Zivilkräfte seien im Einsatz. Nach dem letzten Überfall hat es nach Auskunft des Polizeisprechers Personenkontrollen gegeben. Auf Details geht Richter nicht ein. Nur soviel: In Gewahrsam wurde niemand genommen.

Nach der ersten Tat, bei der ein 30-jähriger Uelzener an der Hoefftstraße überfallen worden sein soll, hatte die Polizei zwei Männer aufgegriffen, sie verhört und anschließend wieder gehen lassen. Ob sie weiter im Fokus der Polizei sind, dazu will Richter sich gestern nicht äußern.

Derweil ist unklar, ob in der Nacht zu Sonnabend jemand den letzten Überfall beobachtete. Zeugen sind der Polizei bislang nicht bekannt. Das Opfer habe sich nach der Tat in ein Lokal an der Gudesstraße begeben und seine Situation geschildert. Der Wirt habe die Polizei verständigt, so Kai Richter.

Zeugen können sich bei der Polizei in Uelzen unter der Rufnummer (0581) 9300 melden.

Von Norman Reuter

Kommentare