Dem 39-jährigen Alexander D. aus Gifhorn werden 14 Taten in Lüneburg, Soltau, Celle und Uelzen vorgeworfen

Räuber gesteht drei Überfälle auf Tankstellen

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Mit einem Aktendeckel vor dem Gesicht betritt der mutmaßliche Tankstellenräuber Alexander D. das Landgericht.

Lüneburg/Uelzen. Im Winter grassierte die Angst in den Tankstellen. Reihenweise überfiel ein vermummter Unbekannter Kassenkräfte in Lüneburg, Soltau, Celle und Uelzen. Seit gestern hat er einen Namen: Alexander D.

Staatsanwältin Bianca Röhl wirft dem 39-jährigen Gifhorner russlanddeutscher Herkunft beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Lüneburg vor, zwischen 22. November und 23. Februar 14 Tankstellen überfallen zu haben. Dabei soll er mehr als 9000 Euro und Zigaretten im Wert von 1300 Euro erbeutet haben.

Mal soll er eine grüne Jacke mit Schal und Kapuze getragen haben, mal die „klassische Gesichtsmaske“ mit runden Sehlöchern übergezogen haben. Immer aber soll er einen silbernen Revolver oder eine entsprechende Attappe auf die Kassenkraft gerichtet haben, um seiner Forderung nach Geld und Zigaretten Nachdruck zu verleihen. „Er übergab hierzu jeweils einen hellen Leinenbeutel, in den die Kassenkräfte aus Angst vor der Waffe Geld und Zigaretten legten“, berichtet Staatsanwältin Röhl. So soll es auch am 15. Februar gewesen sein. An diesem Tag soll der Angeklagte um 19.24 Uhr in Uelzen Aral in der Veerßer Straße überfallen haben. Laut Staatsanwaltschaft händigte ihm die Kassenkraft 1095 Euro aus – wie immer in dem Leinenbeutel.

Gleich am ersten Prozesstag legt Alexander D. durch seinen Verteidiger ein Teilgeständnis ab, nämlich für drei Überfälle in Soltau und Celle. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Volker Heintzmann, ob er sich auf dem eingespielten Video aus der Überwachungskamera wiedererkenne, antwortet er mit „Ja“.

Das Geständnis macht den Weg frei für eine Vereinbarung: Demnach muss D. mit einer Haftstrafe zwischen sechs Jahren und sechs Monaten bis acht Jahren und sechs Monaten rechnen. Dabei wird das Verfahren für mehrere Überfälle eingestellt.

Von Gerhard Sternitzke

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