31 und 40 Jahre alte Männer sollen auf ihre Opfer geschossen und sie mit Pfefferspray besprüht haben

+++Update+++ Weitere Details zu den vermeintlichen Räubern mit Kabelbindern

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Ein 31 und ein 40 Jahre alter Mann gingen laut Anklage bei mehreren Überfällen besonders gewaltsam vor.

dib Lüneburg/Gifhorn/Munster/Amelinghausen. Bei mehreren Überfällen auf Juweliergeschäfte im Heidekreis und etwa auf eine Bäckerei im Nachbarkreis Gifhorn sollen sich die mutmaßlichen Täter besonders rabiat verhalten haben.

Die beiden Männer aus Hamburg im Alter von 31 und 40 Jahren müssen sich ab dem 27. Juli vor dem Landgericht Lüneburg verantworten. Ihnen werden mehrere Delikte, unter anderem besonders schwerer Raub mit gefährlicher Körperverletzung, zwischen September 2015 und vergangenem Februar vorgeworfen. Insgesamt hätten sie Schmuck und Bargeld im Wert von über 300.000 Euro geraubt. Meistens seien sie nach demselben Muster vorgegangen.

Ab dem 6. Januar scheint sich dann die Gewalttätigkeit nach Wildwest-Manier zugespitzt zu haben:

Beim Überfall auf einen Getränkemarkt in Amelinghausen am 6. Januar sollen sie maskiert einen Mitarbeiter mit einer geladenen Schreckschusspistole bedroht und ihn anschließend mit Kabelbindern gefesselt haben. Laut Anklage haben sie vergeblich versucht, die Kasse des Marktes zu öffnen. Als zwei andere Männer in den Markt gekommen seien, hätten sie diese ebenfalls mit der Schreckschusspistole bedroht. Einem von ihnen hätten sie mit der Pistole an den Kopf geschlagen und den anderen mit Pfefferspray besprüht. Als dann einer der Männer mit einer erhobenen Glasflasche auf die mutmaßlichen Täter zugegangen sei, sei er vom 40-Jährigen mehrfach angeschossen worden, ohne jedoch verletzt zu werden. Anschließend seien die 31- und 40-Jährigen geflüchtet.

Am selben Tag sollen sie noch ein Juweliergeschäft in Rotenburg/Wümme ausgeraubt haben. Dabei hätten sie Schmuck und andere Gegenstände im Wert von etwa 70.000 Euro erbeutet. Dann ein ungeplanter Vorfall: Nach der vermeintlichen Tat wurden sie auf der Bundesstraße 215 geblitzt. Es folgte - so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft - eine Tat aus Wut. Denn am 8. Januar wurde nachts an diesem Blitzer die Schutzverglasung der Kameralinse entfernt und das Gerät mit Feuerzeuggas in Brand gesetzt. Die Schadenssumme für den zerstörten Blitzer wird auf etwa 10.000 Euro beziffert.

Auch in Gifhorn sollen die beiden Männer gewalttätig aufgetreten sein. Am 1. Februar hätten sie dort maskiert und mit einem Teleskopschlagstock bewaffnet eine Bäckerei betreten. Gemäß Anklage haben sie der Angestellten mit der Faust gegen den Kopf geschlagen und sie mit Pfefferspray besprüht. Sie nahmen 600 Euro aus der Kasse sowie ihr Portmonee und ihr Handy mit. Am Abend wurden sie dann von der Polizei verhaftet. Seitdem sitzen sie im Gefängnis.

Sollten sie verurteilt werden, könnte es zu einer Freiheitsstrafe von fünf bis 15 Jahren kommen. Nach Informationen des Landgerichts Lüneburg könnte für den 40-Jährigen außerdem über eine Sicherungsverwahrung beraten werden.

Ursprünglicher Artikel:

dpa Lüneburg/Amelinghausen. Mit Überfällen auf Juweliergeschäfte haben zwei Räuber binnen weniger Monate Schmuck und Bargeld im Wert von über 300 000 Euro erbeutet.

Wegen des mehrfachen Raubes mit gefährlicher Körperverletzung müssten sich die 31 und 40 Jahre alten Männer vom 27. Juli vor dem Landgericht Lüneburg verantworten, teilte das Gericht gestern mit. Die beiden Hamburger sitzen in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft legt den Verdächtigen vier Überfälle auf Juweliergeschäfte in Munster, Schneverdingen, Scheeßel und Rotenburg zur Last. Außerdem sollen sie eine Spielhalle in Seevetal, einen Getränkemarkt in Amelinghausen und eine Bäckerei in Gifhorn überfallen haben. In allen Fällen fesselten sie die Angestellten mit Kabelbindern und bedrohten ihre Opfer mit einer Waffe. Das letzte Mal schlugen sie am 1. Februar 2016 zu. Noch am selben Tag wurden die Männer festgenommen. Ihnen drohen Haftstrafen zwischen fünf und 15 Jahren.

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