Radler stehen auf dem Schlauch

Der Radweg an der Bahnhofstraße kreuzt mehrere Straßen-Einmündungen. Diesen Gefahrenpunkt wollte die Stadt entschärfen, doch nun liegen die Pläne erst einmal auf Eis.Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Die Pläne der Stadtverwaltung waren ehrgeizig: Uelzen sollte fahrradfreundlicher werden, „Pedalritter“ künftig bestimmte Einbahnstraßen in gegenläufiger Richtung befahren dürfen. Auch mehr Freiheiten für Drahtesel-Piloten auf der Bahnhofstraße waren das Ziel. Damit lief die Stadt bei der Ratsfraktion der Uelzener Grünen offene Türen ein. Diese hatten bereits vor Monaten beantragt, Radlern im Straßenverkehr mehr Rechte zu gewähren (AZ berichtete). Doch so einfach, wie von allen erhofft, lässt sich das Ganze nicht umsetzen.

Der Grund: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat die Änderung der Straßenverkehrsordnung vom September 2009 wieder rückgängig gemacht, die sein Amtsvorgänger Wolfgang Tiefensee (SPD) auf den Weg gebracht hatte. Diese bot Kommunen mehr Freiheiten, ihre Radverkehrsanlagen neu zu gestalten und die Beschilderung entsprechend zu ändern. „Leider ist diese Vereinfachung wieder einkassiert worden“, sagt Uelzens Baudezernent Karsten Scheele-Krogull. „Wir werden deshalb Schwierigkeiten haben, die Änderungen wie gewünscht umsetzen zu können.“

So ist die von der Stadt vorschlagene neue Verkehrsregelung auf der Bahnhofstraße vor-erst auf Eis gelegt. Weil der dortige einseitige Radweg mehrere gefährliche Einmündungen kreuzt, sollten „Pedalritter“ aus Sicherheitsgründen auch auf der rechten Fahrbahnseite in Richtung Bahnhof radeln dürfen. Das bleibt zwar das mittelfristige Ziel der Stadt, „wir können das derzeit aber nicht realisieren“, bedauert Scheele-Krogull.

Trotzdem wird die Verwaltung dieses Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Stadtplanungsausschusses setzen. Nach den Sommerferien, so hofft der Dezernent, könnten die gewünschten Freiheiten für Radler im Rahmen des neuen Verkehrsentwicklungsplans der Stadt erörtert werden. Diesen erstellt zurzeit ein Fachbüro für Verkehrsplanung.

Das Konzept beinhaltet unter anderem Verbesserungsvorschläge für den Rad- und Fußgängerverkehr in der Uhlenköperstadt und zeigt auf, wie sich diese in den nächsten 15 bis 20 Jahren verkehrlich entwickeln wird. „Mit diesem neuen Plan können wir die Vorschläge für eine fahrradfreundlichere Stadt vielleicht umsetzen“, meint Scheele-Krogull.

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