Nach schwerem Unfall einer 16-Jährigen bei Klein Süstedt: Behörden demonstrieren nur Hilfslosigkeit

Radfahrer sollen Weste tragen...

Spurensicherung auf der Kreisstraße: Ein Autofahrer überfuhr zwischen Hansen und Klein Süstedt eine Radfahrerin. Foto: Ph. Schulze

Uelzen-Klein Süstedt. Die Einwohner aus Hansen und Klein Süstedt haben es immer befürchtet. Jetzt zeigt ihnen der schwere Unfall einer 16-jährigen Radfahrerin auf der Kreisstraße 8 zwischen den beiden Ortsteilen, dass ihre Ängste berechtigt waren.

Regelmäßig sind auf dieser Strecke Radfahrer unterwegs. Vor allem Jugendliche, die nach der zehnten Klasse keinen Anspruch mehr auf eine Busfahrkarte haben, nehmen das Fahrrad für diesen Schulweg.

Seit über fünf Jahren fordern die Mitglieder des Ortsrates Holdenstedt/Klein Süstedt einen Radweg an der Kreisstraße 8. Bei ihrer jüngsten Sitzung wollten sie von den anwesenden Mitarbeitern der Uelzener Stadtverwaltung wissen, wie der aktuelle Stand der Planungen für den Bau eines Radweges aussieht. „Dass erst mal etwas passieren muss, bevor der Radweg entsteht“, empörte sich Ortsbürgermeisterin Brigitte Schufmann betroffen. „Ich möchte Sie bitten, dass das nicht mehr auf die lange Bank geschoben wird. Irgendetwas muss da passieren.“

Die Einrichtung eines Radweges inklusive Grunderwerb würde insgesamt rund 250 000 Euro kosten, davon wären 100 000 Euro für die Planung anzusetzen, erklärt gestern der städtische Baudezernent Karsten Scheele-Krogull auf AZ-Nachfrage. Dieses Projekt könnte die Stadt nicht realisieren, ohne den Baulastträger einzubeziehen. Der Bau eines Radweges in Klein Süstedt liegt in der Zuständigkeit des Kreises. Die Kosten müssten jeweils zur Hälfte vom Landkreis und von der Stadt getragen werden. Im Radwegeverkehrsplan des Kreises ist der Radweg derzeit für 2014 vorgemerkt, teilt die Stadt Uelzen mit. Der Landkreis Uelzen macht dazu auf AZ-Nachfrage keine weiteren Angaben.

2007 hatte der Ortsrat bereits eine Unterschriftensammlung eingereicht. In diesem Zusammenhang hatte die Stadtverwaltung auch die Möglichkeit einer Vorfinanzierung des Radweges durch die Stadt Uelzen geprüft, berichtet Stadtsprecherin Ute Krüger. „Diese konnte nicht verwirklicht werden, da der Landkreis Uelzen keine finanziellen Verpflichtungen für Folgejahre eingehen darf.“

Klein Süstedts Ortsbürgermeisterin regte in der Sitzung an, einen Radweg nach dem Vorbild des Bürgerpfades zwischen Stadensen und Nettelkamp zu bauen, der zum Großteil durch Spenden entstand. „Vielleicht könnte man so etwas auch hier hinbekommen“, sagte Schufmann. „Ich weiß im Moment keine andere Lösung.“

Wenn die Finanzierung so zum Teil sichergestellt werden könnte, „sieht die Sache ganz anders aus“, deutet Scheele-Krogull an. „Die Polizei begrüßt jede Alternative zum Ausbau der Wege“, sagt dazu auch Polizeihauptkommissar Andreas Dobslaw. „Wenn es da lokal Möglichkeiten gibt, muss man auch über so etwas nachdenken.“ Unabhängig davon empfiehlt er den Radfahrern, es vielen Motorradfahrern gleich zu tun und eine gelbe Warnweste zu tragen. „Das ist ein Plus an Sicherheit“, so Dobslaw.

Von Diane Baatani

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