Querungshilfe statt Tempo-30-Zone

Die Einrichtung einer Tempo-30-Zone vor der Grundschule Westerweyhe ist nach Ansicht der Stadt Uelzen nicht notwendig. Stattdessen schlägt die Verwaltung eine Querungshilfe mit Hütchen oder Warnbaken vor. Diesem Vorschlag folgte jetzt der Ortsrat. Foto: Ph. Schulze

Uelzen-Westerweyhe. „Ein Stück Blech mit einer 30 drauf ist vielleicht nicht immer die beste Lösung“, bremste Bernd Behn, Fachbereichsleiter Straßen und Verkehr bei der Stadt Uelzen, den aufkommenden Unmut der Westerweyher Eltern. Ein Tempo-30-Schild war einer der Vorschläge der Elterninitiative gewesen, um den Schulweg der Kinder an der viel befahrenen Ortsdurchfahrt sicherer zu machen.

Auf der Sitzung des Ortsrates Kirch- und Westerweyhe am Montagabend war gerade ein Film gezeigt worden, der eindrucksvoll demonstrierte, wie es auf der nur sechs Meter breiten Straße Altes Dorf zugeht, wenn sich zwei Lastwagen an-einander vorbeiquetschen müssen (AZ berichtete). Mit ausgeklappten Spiegeln misst ein Lastwagen 3,20 Meter in der Breite. Aneinander vorbei kommen sie nur, wenn sie entweder die Spiegel einklappen oder aber über die Fußwege ausweichen. Die sind auf der einen Seite 1,50 Meter, auf der anderen 1,70 Meter breit – und sie sind der Schulweg für viele der 150 Westerweyher Grundschüler. Noch enger wird es, wenn sich in dieser Straße landwirtschaftliche Fahrzeuge begegnen.

Ein Begrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde sei schon deswegen nicht sehr hilfreich, so Behn, weil auf der Ortsdurchfahrt ohnehin nicht viel schneller gefahren werde. 83 Prozent der Fahrzeuge sind nach Messungen der Polizei an dieser Stelle, an der maximal Tempo 50 erlaubt ist, deutlich langsamer unterwegs. Außerdem müsse für die Anordnung einer 30er-Zone ein konkreter Grund vorliegen, betonte Behn.

Eine Verkehrszählung der Polizei im Januar ergab in einer Spitzenstunde lediglich zehn Querungen von Fußgängern, dazu 132 Autos, drei Busse, vier Lastwagen und einige wenige landwirtschaftliche Fahrzeuge vor der Schule. Und Recherchen der Stadt ergaben, dass nur sechs Schüler die Straße bei der Schule überqueren müssen. Alle anderen könnten auf der anderen Straßenseite bleiben, wenn sie nach Hause gehen. Damit seien auch die Voraussetzungen für einen Zebrastreifen nicht gegeben, sagte Behn.

Er schlug stattdessen ein Bündel von Maßnahmen vor, um die Verkehrssituation zu entschärfen. „Eine Querungshilfe würde die Geschwindigkeit der Fahrzeuge baulich effektiver reduzieren“, sagte er. Für diese Mini-Verkehrsinsel müssten lediglich ein Oval auf den Asphalt aufgebügelt, zwei Kuststoffteile aufgeschraubt und zwei Verkehrszeichen eingesteckt werden. Zusätzlich sollen mit „Frankfurter Hüten“ die Bordsteine mit Plastikaufsätzen gegen Überfahren gesichert werden. Alternativ dazu kämen auch Warnbaken in Frage.

Der Ortsrat folgte diesen Vorschlägen, wobei man sich die Querungshilfe nicht direkt bei der Schule, sondern am Stadtberg wünscht. Zusätzlich soll bei der großen Eiche, die die Breite des Fußweges mehr als halbiert, eine Verkehrsnase in die Straße ragen. Der Antrag wurde bei einer Enthaltung ohne Gegenstimmen angenommen.

„Überzeugend“ fanden eine ganze Reihe Westerweyher Bürger das vorgestellte Konzept. Ihr Fazit: „Damit können wir leben.“

Von Jürgen Köhler Götze

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