Stadt-und Kreisarchäologe Fred Mahler begutachtet die Funde

Puzzeln an Uelzens Historie

+
Stadt- und Kreis-Archäologe Dr. Fred Mahler begutachtet die in der Baugrube gefundenen Stücke. In dem Eimer liegen ein paar Jahrhunderte Uelzener Stadtgeschichte.

Uelzen. „Wir öffnen hier gerade ein Fenster der Stadtgeschichte Uelzens“, sagt Dr. Fred Mahler, Archäologe für Stadt und Kreis Uelzen. Und das Fenster ist nicht klein und schon gar nicht leer.

Eine Scherbe: Vermutlich Reste einer Tasse aus Holland.

An der Ecke Gudes-/Mauerstraße baut die Volksbank Uelzen-Salzwedel (AZ berichtete). Seit Aufriss der Bauarbeiten sind die Archäologin Freia Tröger und Kollege Marian Banas dabei, Uelzens Historie an dem Ort freizulegen. Bei der Ausgrabung der alten Stadtmauer und eines Gewölbekellers kommen auch immer mehr kleine Fundstücke ans Licht. Mahler kann sie einordnen. Eine winzige blau-weiße Scherbe stammt mutmaßlich von einer Tasse aus holländischem Porzellan. Ein anderes Fragment war irgendwann einmal im 16. oder 17. Jahrhundert an einem Uelzener Kamin befestigt.

Eine Scherbe: Vermutlich Reste einer Tasse aus Holland.

„Das ist schon eine bedeutende Fundstätte in Uelzen“, sagt Mahler, dessen Behörde die Aufsicht über die Arbeiten in der Innenstadt hat. Mit allen weiteren Details, die Tröger und Banas finden, erschließt sich Uelzens Stadtgeschichte um ein weitere Puzzleteil. Erfolglos blieben Tröger und Banas allerdings bei ihren Nachforschungen weiter östlich zur Ilmenau hin. Eigentlich hatten sie dort Reste einer alten Palisadenwand vermutet. Dort hatten sie die Ursprünge der ganz alten Uelzener Befestigungsanlage vermutet. „Das Sondierungsgebiet ist gestört“, sagt Freia Tröger. Als Störung bezeichnen Archäologen die nachträgliche Veränderung der Grabanlagen. Mit anderen Worten: Es ist überbaut worden.

Von Jens Schopp

Kommentare