Psychiatrische Tagesstätte Uelzen bietet seit 15 Jahren Hilfe

„Heimat“ von Erkrankten

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Christine Oehlmann (links) und Andrea Reiz gaben Einblicke in die 15-jährige Geschichte der Psychiatrischen Tagesstätte.

Uelzen. Seit 15 Jahren helfen Mitarbeiter der Psychiatrischen Tagesstätte Uelzen Menschen mit Depressionen, Psychiosen oder Persönlichkeitsstörungen dabei, ihren Alltag zu bewältigen, neue soziale Kontakte zu knüpfen und Lebenskrisen zu verarbeiten.

190 Männer und Frauen wurden in der Zeit über Monate, teils auch über Jahre hinweg, in der Einrichtung betreut – so berichteten es gestern Christine Oehlmann und Andrea Reitz, beide langjährige Mitarbeiter in der Tagesstätte, bei einer Feierstunde anlässlich des Jubiläums der Einrichtung.

Momentan ist die Tagesstätte, deren Träger der Verein „Die Brücke“ ist, für 24 psychisch Erkrankte ein täglicher Anlaufpunkt. Damit würden mehr versorgt, als eigentlich Plätze zur Verfügung stünden, so die beiden Mitarbeiterinnen. Und: Es gebe bereits zwölf weitere Interessierte an der Einrichtung, zu der niemand überwiesen werde, sondern die von Kliniken, Ärzten oder gesetzlichen Betreuern empfohlen werde (Andrea Reiz). 30 Stunden in der Woche sei die Einrichtung für Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren geöffnet. Die Altersspanne der Besucher stelle für die Mitarbeiter auch immer wieder eine Herausforderung dar, weil die Interessen unterschiedlich seien. Mit einem „bunten Alltagsmix“ (Christine Oehlmann) könnte dieser Spagat aber bewerkstelligt werden – die Räume am Schnellenmarkt würden dazu auch den Platz bieten. Vor zwei Jahren war die Einrichtung von der Alewinstraße, wo es beengter gewesen sei, an den Schnellenmarkt gezogen.

Dass die Tagesstätten ihre Berechtigung haben, das betonten gestern Andreas Wahrlich vom Verband psychiatrischer Tagesstätten in Niedersachsen und Astrid Jörns-Presentati von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg. Presentati hat eine Studie verfasst, für die sie Besucher von Tagesstätten interviewte. Ihr Fazit: Tagesstätte wirken. Aus Erfahrung sprach Wahrlich, der seit mehr als 20 Jahren in Tagesstätten tätig ist, und dabei erlebte, wie Menschen eine „Heimat gegeben werden kann“. Er mahnte jedoch an, dass zunehmend Einrichtungen einem Erfolgsdruck ausgesetzt seien. „Aber die Menschen lassen sich nicht wie Produkte bewerten“, sagte er.

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