Protest über den Äther

Im Schritt-Tempo unter Polizeibegleitung von Lüneburg in Richtung Dannenberg: Der Castor-Zug soll auch in diesem Jahr nur langsam vorankommen, wünschen sich die Protestler. Archivfoto: dpa

Uelzen/Gorleben - Von Thomas Mitzlaff. Wer informiert sein will über die Proteste in der Region gegen den Castor-Transport an diesem Wochenende, sollte im Landkreis Uelzen sein Radio auf 88,0 Megahertz einstellen. Denn auf dieser Frequenz dürfte man kaum etwas verpassen rund um den atomaren Giftmülltransport ins Zwischenlager Gorleben. Am Sonnabend um 10 Uhr geht das „radiofreieswendland“ auf den UKW-Frequenzen von Radio ZuSa auf Sendung – und das Programm ist ein weiterer Beleg dafür, wie vielseitig die Demonstranten mittlerweile untereinander vernetzt sind, welch gewaltige Infrastruktur hinter den Protesten steckt.

Unter 88,0 in Uelzen, 95,5 in Lüneburg und 89,7 Megahertz im Wendland bekommt man Informationen über freie Parkplätze, Staus, Bus-Shuttle-Verbindungen von den Bahnhöfen Uelzen und Salzwedel sowie über viele weitere Themen. Das Sendestudio ist auf der berühmten „Esso-Wiese“ in Dannenberg errichtet, nur wenige Meter entfernt von der Umladestation, in der die Castor-Behälter von der Schiene auf Sattelschlepper gehoben werden.

Mehr als 400 Busse aus ganz Deutschland werden an diesem Wochenende im Wendland erwartet, dazu kommen zig tausend Demonstranten, die allein oder in Gruppen anreisen. Und im Kreis Uelzen wird man am heutigen Freitagnachmittag schon einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen, welches Ausmaß die Proteste in diesem Herbst annehmen werden. Um 15.30 Uhr wird ein „Castor-Treck“ von Demonstranten aus dem „Weltatomerbe Braunschweiger Land“ auf dem Uelzener Herzogenplatz erwartet. Dort ist dann eine kurze Kundgebung geplant.

Der Treck, bestehend aus Treckern, Unimogs und einigen Begleitfahrzeugen, ist gestern beim Schacht Konrad und der Asse in Salzgitter gestartet und erreicht mit Tempo 25 über Wolfsburg und Wittingen am Nachmittag Uelzen. Auf dem Herzogenplatz werden die Teilnehmer von der hiesigen Bürgerinitiative gegen Atomanlagen zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Auf dem weiteren Weg nach Dannenberg wird dann vor der Polizeikaserne in Neu Tramm zum „Abgrillen“ gestoppt, das Bauern aus dem Wendland veranstalten. Der Treck endet am Abend bei Splietau, wo am Sonnabend die Auftaktkundgebung gegen den Castor 2010 stattfindet.

Viele weitere Infos dazu wird auch „radiofreieswendland“ bringen, das am Sonnabend von 10 bis 12 Uhr sowie von 16 bis Sonntag, 11 Uhr, dann weiter am Sonntag von 19 bis 20 Uhr und schließlich von 22 Uhr bis Montag, 6 Uhr, auf Sendung ist. Natürlich gibt es auch ein Hörertelefon: (0 58 61) 8 00 76 76.

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