HEG, LeG und BBS I sehen freiwilliges Angebot an Schulen in Gefahr

Protest gegen Mehrarbeit

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„So geht es nicht weiter“, sagt Stefanie Schaper-Wendeburg, Lehrerin der BBS I. Müssen Lehrer künftig mehr Unterrichtsstunden leisten, hätte das eine Reduzierung von Arbeitsgemeinschaften zur Folge, sind sich Lehrer der BBS I, des HEG und LeG einig.

Uelzen. Lehrer und Vertreter der Schüler und Eltern des Herzog-Ernst-Gymnasiums (HEG), Lessing-Gymnasiums (LeG) und des beruflichen Gymnasiums der Berufsbildenden Schulen I in Uelzen sind sich einig.

Sie wollen die Gesetzesänderung zur Erhöhung des Unterrichtspensums verhindern. Gemeinsam fordern sie, dass die Zahl der Unterrichtsstunden nicht wie geplant von 23,5 auf 24,5 pro Woche erhöht wird.

Zudem solle die ursprüngliche Absicht, eine Altersermäßigung um eine Unterrichtsstunde für Lehrkräfte ab dem 55. Lebensjahr zum Sommer 2014 einzuführen, umgesetzt werden. Die Uelzener raten zu einer unabhängigen Arbeitszeitstudie, in der die tatsächliche Arbeitszeit der Lehrkräfte erhoben wird, wie sie auch die CDU im niedersächsischen Landtag beantragt hatte. Zu einer Stunde mehr Unterricht gehören die Vor- und Nachbereitung, Konferenzen und Korrekturen der Klassenarbeiten, erläutert Lehrerin Gerlinde Urban vom LeG.

Entscheidet sich am Freitag der Landtag in Hannover für mehr Unterrichtsstunden, müssten Uelzener Gymnasiallehrer künftig auf Angebote wie Arbeitsgemeinschaften verzichten und könnten nur noch ein Minimum an Klassenarbeiten bewältigen, kündigt Daniel Fleischer vom Personalrat des HEG an. So gibt es zum Beispiel in einem Fach, das mit vier Stunden pro Woche unterrichtet wird, einen Freiraum, vier bis sechs Arbeiten schreiben zu lassen. „Es sind gerade die schriftlichen Arbeiten, die auf das Zentralabitur vorbereiten“, weiß Fleischer. Klaus Gehrke, Personalratsvorsitzender am HEG, befürchtet, dass dadurch der gymnasiale Anspruch sinken könnte. „Ich frage mich, ob wir in Zukunft die Etikettierung Gymnasium behalten dürfen“, sagt er.

Dem Verzicht auf Klassenfahrten, wie Lehrer in ganz Niedersachsen angedroht haben, wollen sich die Uelzener nicht anschließen. Eine Senkung des Angebots an der Schule außerhalb des Unterrichts gehe aber ebenfalls zu Lasten der Gemeinschaft, finden die HEG-Schülervertreter Kim-Tamina Krügel und Maximilian Licht. Die Mehrarbeit für Lehrer hätte eine „Beeinträchtigung des Schulklimas an sich“ zur Folge, sagen sie. Dirk Jaskolla vom LeG-Schulelternrat formuliert die größte Befürchtung der Eltern: „Wenn die Lehrer die freiwilligen Leistungen einstellen, dann ist das der Bereich, in dem es um die Vermittlung sozialer Kompetenzen geht“, erklärt er. Diesen Aspekt sähen Eltern in Frage gestellt.

Nach der Umwandlung von neun Gymnasialjahren auf acht Jahre, die Größe der Schulklassen, die Einführung des Zentralabiturs und der aktuellen Diskussion vermisst Stefanie Schaper-Wendeburg aus dem Personalrat der BBS I die Wertschätzung – nicht nur Lehrern, sondern auch Schülern gegenüber. „So geht es einfach nicht weiter“, sagt sie.

Von Diane Baatani

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