Verdi: Arbeitskampf im Landkreis / Erste Auswirkungen auf Blutspendedienste

Poststreik – jetzt in Uelzen

Uelzen/Landkreis. Der Poststreik zieht seine Kreise und trifft nun auch mit Wucht die Einwohner des Landkreises Uelzen.

Jürgen Wolf, bei der Gewerkschaft Verdi für Postdienste zuständig, bestätigte gestern AZ-Informationen, wonach Postzusteller in der Region in den nächsten Tagen ihre Arbeit niederlegen werden. Details zur Länge der Auszeit und den genauen Starttermin wollte Wolf nicht nennen, damit die Chefetage der Post „nicht ihre Vorkehrungen treffen kann“.

750 bis 1000 Briefe werden täglich von einem Zusteller ausgetragen – rund 800 Zusteller sollen im Gebiet der Lüneburger Heide tätig sein. Aus ihrem Kreis heißt es, dass die Bereitschaft, die Arbeit niederzulegen, ungebrochen groß sei. Die Postbediensteten würden von Existenzängsten geplagt, weil mit dem Aufbau von regionalen Gesellschaften Mitarbeiter, die teils Jahrzehnte im Unternehmen arbeiten, ihren Kündigungsschutz verlieren würden.

Wie berichtet, ist der Aufbau von 49 regionalen Gesellschaften für Paketzusteller bei der Post der Hauptgrund für den seit Montag laufenden unbefristeten Arbeitskampf und die zuvor schon sechs Warnstreiks.

Mit dem Arbeitskampf bleiben die Briefkästen leer, was nicht folgenlos ist. Wie der DRK-Blutspendedienst NSTOB informiert, kommen verschickte Einladungen zu den Blutspendeterminen nicht rechtzeitig an. Ein Problem, das mit dem Streik der hiesigen Zusteller auch auf den DRK-Kreisverband Uelzen zukommt: „Die Leute reagieren sehr auf diese persönliche Einladung“, weiß dessen Sprecherin Meike Karolat. Zu befürchten sei, dass Erinnerungsschreiben auch im Landkreis Uelzen nicht mehr rechtzeitig in den Briefkästen landeten. Das Fatale: Nach Angaben des DRK-Blutspendediensts sind durch die vielen Feiertage im Mai die Bestände an Blutkonserven im unteren Bereich angekommen. Und: In der Sommer- und bevorstehenden Ferienzeit sei die Bereitschaft zum Aderlass ohnehin deutlich geringer, sagt Karolat. „Das kann dazu führen, dass Operationen, die nicht ganz so wichtig sind, verschoben werden.“

Von Norman Reuter und Anna Petersen

Rubriklistenbild: © dpa

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