Simulierter Amoklauf: Über 160 Einsatzkräfte sichern Schulzentrum

Polizisten üben für Ernstfall

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Die Polizisten der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen arbeiteten sich bei der Übung im Schulzentrum von Embsen am Sonnabend von Klassenzimmer zu Klassenzimmer vor, um den Amoklauf zu beenden.

Uelzen/Embsen. Über 160 Einsatz- und Rettungskräfte der Region Nordostniedersachsen haben am Wochenende zum ersten Mal eine gemeinsame Übung für Bedrohungslagen an Schulen absolviert.

Daran nahmen am Sonnabend im Schulzentrum in Embsen (Landkreis Lüneburg) auch Polizisten der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen teil. Das Szenario: Ein Amokläufer schießt in der Bildungseinrichtung um sich – 40 Lehrer und Schüler hatten sich freiwillig als Opfer für die Simulation zur Verfügung gestellt. Leblose Körper lagen in den Gängen des Schulgebäudes, Schreie und Schüssen gellten durch die langen Flure, während sich mehrere Einsatzteams der Polizei von Klassenzimmer zu Klassenzimmer vorarbeiteten – jede Sekunde bereit, auf den Täter zu treffen.

„Wir wollen keine Ängste schüren und haben auch keine Hinweise auf eine aktuelle Bedrohungslage“, erläuterte Hans-Jürgen Felgentreu, Leiter der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen am Sonnabendmorgen vor zahlreichen Gästen aus Schulen, Verwaltung und Politik. „Aber wir können derartige Lagen nicht ausschließen und deswegen sind gemeinsame Übungen sinnvoll und notwendig. Mit dieser Übung entwickeln wir unseren vor Jahren begonnenen Abstimmungsprozess mit Schulen, Feuerwehren und Rettungsdiensten konsequent weiter“, so der Inspektionsleiter. Im Februar 2002 hatte ein Schüler im Gutenberg-Gymnasium in Erfurt Schüler und Lehrer erschossen. 2006 und 2011 gab es in Emstetten und in Winnenden weitere Amokläufe.

Ein sechsköpfiges Vorbereitungsteam hatte das Konzept zur Übung in Embsen erarbeitet. Dabei waren bestimmte Handlungsweisen vorab skizziert und zudem Kernaufgaben und Verantwortlichkeiten der Polizei in solchen Bedrohungslagen definiert worden. Bewusst waren auch Kräfte von Wehren und Rettungsdiensten miteinbezogen worden, weil solche besonderen Lagen nur durch ein entschlossenes, kompetentes und abgestimmtes Handeln von Polizei, Feuerwehren und Rettungskräften zu bewältigen seien, so Polizeisprecherin Nicole Winterbur. Für die nicht-polizeilichen Hilfs- und Rettungsdienste bedeute eine solches Szenario einen Massenanfall von Verletzten, sodass die Betroffenen, auch im Hinblick auf die Absicherung der Rettung, nur mit einem hohen Personalaufwand versorgt werden könnten.

Von Angelika Jansen

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