Nach Schießerei vor Klinikum Lüneburg: Kritik an Beschwichtigung der Polizei

Polizeischüler unter Verdacht

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Lüneburg. Bei dem Tatverdächtigen, der im Zusammenhang mit der blutigen Familienfehde in Lüneburg vorläufig festgenommen worden war, handelt es sich um einen Polizeischüler aus Schleswig-Holstein. Das bestätigte die Polizei Lüneburg gestern auf AZ-Nachfrage.

Der 31-Jährige war im Zusammenhang mit der Schießerei vor dem Klinikum Lüneburg verhaftet worden, bei der drei Menschen schwere Verletzungen erlitten. Er wurde zwischenzeitlich auf freien Fuß gesetzt, weil er nach Ermittlungen der Kriminalpolizei zwar bei dem Überfall dabei war, aber nicht geschossen hatte. „Für einen Haftbefehl reichte das nicht“, erklärt Polizeisprecherin Antje Freudenberg. Gefahndet wird jetzt nach seinem mutmaßlichen 33-jährigen Komplizen.

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Unterdessen meldeten sich bei der AZ Zeugen des dramatischen Überfalls vom Sonnabend. „Das knallte unheimlich laut, dann riefen Leute ,Die schießen, alle rein, alle rein!’“, schildert Anke Behn (Name geändert). Sie wollte Samstagnachmittag eigentlich ihren Mann besuchen, der sich im Städtischen Klinikum Lüneburg von einer Krebsoperation erholte. Doch dann muss sie hautnah miterleben, wie vor dem Krankenhaus der Streit zweier rivalisierender Familienclans eskaliert.

„Als die Schüsse fielen, gab es eine regelrechte Panik, da hatten Menschen Todesangst“, schilderte sie gestern der AZ - und ist empört über die Darstellung der Polizei, dass bei dem Konflikt keine unbeteiligten Personen in Gefahr gewesen seien. „Das war so ein Chaos, da kann immer ein Querschläger jemanden treffen“, widerspricht sie. [...]

Von Thomas Mitzlaff

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