110-Notrufe laufen jetzt in Lüneburg zusammen

Polizei aus sechs Landkreisen zentralisiert weiter

+
7,1 Millionen Euro kostete die bauliche Einrichtung: In der Kooperativen Leitstelle Lüneburg laufen auch die polizeilichen Notrufe aus dem Landkreis Uelzen auf.

Uelzen/Lüneburg. Das Einzugsgebiet der Kooperativen Leitstelle Lüneburg (KLL), in der auch die Polizei-Notrufe aus dem Landkreis Uelzen auflaufen, wird erneut erweitert:

In diesen Wochen werden auch die 110-Notrufe aus dem Heidekreis Soltau und dem Landkreis Rotenburg in die Lüneburger Einrichtung zugeschaltet. Im ersten Quartal 2017 sollen dann auch die Landkreise Stade und Celle angeschlossen werden.

Schon jetzt kommen die polizeilichen Notrufe aus den Kreisen Uelzen, Lüneburg, Harburg und Lüchow-Dannenberg in der Kooperativen Leitstelle an, dazu die 112-Notrufe aus Stadt und Landkreis Lüneburg. Wer dagegen in Uelzen die 112 wählt, wird weiter mit der Leitstelle im Uelzener Kreishaus verbunden – einen Anschluss an Lüneburg lehnte der Kreis schon vor längerer Zeit ab.

Während die Polizeidirektion Lüneburg betont, durch den Zusammenschluss sei man in der Lage, das Notruf- und Einsatzmanagement zentral und hoch professionell zu betreiben, gibt es in Uelzener Polizeikreisen intern durchaus Kritik an der Zentralisierung. Durch den Umweg über Lüneburg sei es im akuten Fahndungsfall aufwändiger, die Täter zu verfolgen: „Das wird sich ganz klar in der Aufklärungsquote niederschlagen“, heißt es gegenüber der AZ. Denn Ortskenntnisse seien auch nicht durch modernste Technik zu ersetzen, außerdem gebe es Synergieverluste.

Aktuell laufen in der Kooperativen Leitstelle Lüneburg täglich rund 360 Notrufe auf, aus denen sich im Schnitt etwa 210 Einsätze generieren. Die KLL war im August 2015 in Betrieb genommen worden, die bauliche Einrichtung kostete rund 7,1 Millionen Euro. Die KLL wird künftig für 1,25 Millionen Bürger im Bereich der Polizeidirektion Lüneburg zuständig sein.

Von Thomas Mitzlaff

Kommentare