Warten auf den großen Wurf / Politik macht Druck

Polizei will möglichst schnell neue Dienststelle

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Nicht mehr zeitgemäß: Das Uelzener Polizeikommissariat an der Lüneburger Straße soll umziehen. Die Beamten wollen innenstadt- und bürgernah bleiben, die Politik macht Druck. Auf eine Entscheidung für einen Neubau-Standort wartet man schon lange.

Uelzen. Mit den Worten „Die Zeit drängt“ hat sich Jörg Hillmer jüngst an Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) gewendet.

Der Vorstoß des CDU-Landtagsabgeordneten zielt darauf ab, Bewegung in die Planungen für eine neue Polizeidienststelle in Uelzen zu bringen. Hillmer erinnerte daran, dass bereits 2014 ein Neubau ausgeschrieben wurde, da es in Uelzen kein geeignetes Ersatzgebäude gab und gibt. Er bat den Minister „möglichst zeitnah eine Entscheidung zu treffen“.

Denn fest steht bisher nur der Auszugstermin: 2019 endet das Mietverhältnis mit den Stadtwerken, dann muss und will die Polizei aus der bisherigen Dienststelle in der Lüneburger Straße 44 raus. Das mehrfach erweiterte und ursprünglich um 1900 für den Uelzener Elektrizitätsverein gebaute Haus erfüllt die Anforderungen an ein modernes Polizeikommissariat nicht.

Dieter Klingforth

Der Leiter des Polizeikommissariates Uelzen, Polizeioberrat Dieter Klingforth, sprach gestern gegenüber der AZ von einem erheblichen Sanierungsstau. Für eine neue Dienststelle wünscht sich Klingforth zunächst eine relative Innenstadtnähe, weil diese für die Beamten und für die Bürger Vorteile hinsichtlich der Erreichbarkeit biete. Nur so werde dem Grundgedanken der Bürgernähe entsprochen. Dazu kämen moderne Datenleitungen, Beleuchtung, Heizung, Dämmung und Lüftung.

Lüftung ist auch im Zusammenhang mit den vier Gewahrsamszellen, die es auch in der neuen Dienststelle geben soll, wichtig: „Ingewahrsamnahme ist häufig mit belastenden Gerüchen verbunden“, berichtet Klingforth.

Da Jugendliche normalerweise nicht in Gewahrsam genommen werden dürften, wünscht sich der Dienststellenleiter auch einen abschließbaren Raum, der von den Wachhabenden eingesehen werden kann. So könnten auffällig gewordene Minderjährige in geeigneter Weise beaufsichtigt werden, bis sie von Jugendamt oder Eltern eingesammelt werden.

Zum Vorstoß des CDU-Politikers sagte Klingforth: „Wir sind politisch neutral, aber alles, was den Prozess beschleunigt, ist mir willkommen. Die Stadtwerke haben fortlaufend Instandsetzungen vorgenommen, aber irgendwann muss der große Wurf kommen.“

Seitens der Oberfinanzdirektion, die über den Liegenschaftsfonds Lüneburg für das Land und seine Behörden als Makler tätig wird, gab es gestern keine konkreten Informationen. „Wir sind in Gesprächen und es zeichnet sich eine positive Entwicklung ab“, sagte ein Sprecher. Mehr nicht.

AZ-Informationen, dass die Stadt ein Grundstück Am Schützenplatz für die neue Polizeidienststelle zurückhalte und die Stadtwerke bereits Pläne verfolgten, auf dem Grundstück an der Lüneburger Straße Wohnraum zu schaffen, bestätigten weder die Stadtwerke noch die Stadt.

Von Steffen Kahl

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