Knapp ein Jahr nach dem Großbrand am Lüneburger Stint wird der Täter noch gesucht

Polizei hofft auf anonyme Hinweise

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Die Spurensuche nach dem Großbrand am Stint ergab kaum Hinweise auf einen möglichen Täter.

dib Lüneburg. Die Polizei hofft knapp ein Jahr nach dem Großbrand am Lüneburger Stintmarkt auf neue Hinweise: Künftig können Zeugen auch anonym über ein spezielles Internetprogramm Informationen auf mögliche Täter liefern.

Dazu nutzt die Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen erstmals ein Ermittlungssystem des Landeskriminalamtes, das zuvor erst ein Mal bei einem Kapitalverbrechen in Wolfsburg eingesetzt wurde.

Fünf Beamte ermitteln in der „Sonderkommission (Soko) Stint“ wegen 14-fachen Mordversuchs, Herbeiführung einer Explosion und schwerer Brandstiftung, berichtet Steffen Grimme, Leiter des Zentralen Kriminalermittlungsdienstes. Bislang hat die Polizei unter vielen Angaben einen Hinweis auf einen Verdächtigen erhalten, der Beihilfe zum Brandanschlag am 2. Dezember 2013 auf das Restaurant „La Trattoria“ am Stintmarkt geleistet haben soll. Nach Angaben des stellvertretenden Leiters der „Soko Stint“, Tobias Gruhne, hatte die Polizei daraufhin einen Mann vernommen, der unmittelbar nach der Explosion ein italienisches Restaurant in der Nachbarschaft durch einen Seiteneingang betreten haben soll. In der Vernehmung habe sich der Verdächtige in Widersprüche verstrickt, eine Wohnungsdurchsuchung sowie Überprüfung seines Laptops und Handys habe jedoch keine zusätzlichen Anhaltspunkte ergeben. „Der Verdachtsmoment besteht weiterhin“, sagt Gruhne.

Auf diesen nach Zeugenaussagen 1,70 bis 1,80 großen Mann mit dunklen gelockten Haaren, einem breiten Kreuz und leicht untersetzter Statur erhofft sich die Soko weitere nützliche Angaben. Über das sogenannte Business-Keeper-Monitoring-System (BKMS) sei eine Rückverfolgung auf den Hinweisgeber nicht möglich. Wenn sich der Zeuge anonym ein Postfach unter https://www.bkms-system.net/soko-stint anlegt, können die Beamten auch Rückfragen stellen, ohne dass er erkannt wird. So wollen sie auch diejenigen aus der Region erreichen, die sich aus Angst noch nicht bei der Polizei gemeldet haben.

Wie berichtet, war das historische Lösecke-Haus durch das Feuer und die Löscharbeiten zerstört worden. 14 Bewohner hatten das Haus unverletzt verlassen. Bei der Löschaktion waren auch zahlreiche Helfer aus dem Landkreis Uelzen im Einsatz gewesen.

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