Polizei fasst Verdächtigen

Sechs Frauen wurden in den vergangenen Monaten in Uelzen überfallen, hier ein nachgestelltes Foto.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Fast genau vor einem Jahr begannen die nächtlichen Überfälle auf Frauen in der Uelzener Innenstadt – jetzt hat die Polizei die unheimliche Serie womöglich geklärt: Nach dem jüngsten Überfall vergangenen Sonntag hat eine Streife in Tatortnähe einen 28-jährigen Verdächtigen festgenommen – das Amtsgericht Uelzen erließ Haftbefehl gegen den Mann.

Der mutmaßliche Täter war schon nach einem Überfall am 7. Februar ins Visier der Polizei geraten, eine Streife hatte ihn im Rahmen der Fahndung gestellt. Damals aber reichten die Indizien für einen Haftbefehl nicht aus. „Aufgrund der Täterbeschreibung und weiterer Spuren hat die Staatsanwaltschaft Lüneburg jetzt Untersuchungshaft beantragt“, erklärt Polizeisprecher Kai Richter. Der Verdächtige bestreite die Tat.

Insgesamt hatte es seit 16. August 2009 insgesamt sechs brutale Überfälle auf junge Frauen in der Uelzener Innenstadt gegeben, bei denen der Täter zumeist Sonntagfrüh zuschlug und seine Opfer von hinten angriff und zu Boden riss. Die Polizei hatte im Frühjahr Frauen davor gewarnt, nachts alleine in der Innenstadt unterwegs zu sein.

„Wir prüfen nun, ob der Festgenommene für weitere Taten in Frage kommt“, erklärt Richter. Vom Ablauf her passt die jüngste Tat von Sonntagfrüh ins Muster der bisherigen Fälle. Um 3.45 Uhr war eine 23-jährige Frau auf dem Heimweg an der Gartenstraße angegriffen worden. Der Täter riss sie unvermittelt von hinten nieder. Das Opfer leistete heftige Gegenwehr, konnte sich befreien und von einer nahegelegenen Gaststätte Hilfe rufen.

Im Rahmen der Fahndung wurde kurze Zeit später aufgrund der Täterbeschreibung der 28-jährige Verdächtige in der Nähe des Überfallortes festgenommen. „Er behauptet, nichts mit der Tat zu tun zu haben“, sagt Richter. Die Kriminalpolizei wertet nun diese und weitere Spuren aus, um Zusammenhänge zu überprüfen. Dazu gehören auch DNA-Spuren, die bei früheren Überfällen genommen wurden.

Weitere Hintergründe lesen Sie in der Mittwochausgabe der AZ.

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