Polizei durchkämmt Gebiet bei Räber / Suche nach Spuren von Anton Koschuh

Menschenknochen im Wald

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Auf der Suche nach Spuren: Die Polizeikommissarin Friederike Sanen aus Göttingen lässt ihren Spürhund Jack vorweglaufen. Gestern fanden die Beamten menschliche Knochen.

Räber. Auf menschliche Knochen sind Beamte der Bereitschaftspolizei am Freitag bei einer groß angelegten Suche am Bahndamm zwischen Räber und Unterlüß gestoßen.

Mit Eisenstangen durchkämmen die Polizisten den Wald. Im Hintergrund fährt der ICE auf der Strecke Uelzen-Hannover.

Mit sechs Spürhunden und fast 30 Beamten wurde gestern und auch schon am Donnerstag nach Spuren des vermissten Anton Koschuh aus Graz in Österreich gesucht. „Es wurden Knochen gefunden, aber es steht nicht fest, ob es sich um die Knochen des Vermissten handelt“, sagt Antje Freudenberg von der Polizeipressestelle Lüneburg. Außerdem fanden die Beamten Handy, Laptop und eine Tasche, die dem Mann zugeordnet werden können. Seit fast einem Vierteljahr fehlte von dem 43-jährigen Österreicher jede Spur. Er war im Sommer nach Hamburg gereist, um die Internationale Gartenschau zu besuchen. Am Abend des 22. Juli wollte er mit dem Zug zurück in seine Heimat fahren. Am 7. Oktober gab es dann doch endlich eine Spur: sein Rucksack. Er führte die Polizei an die Bahnstrecke zwischen Räber und Unterlüß.

Mit Eisenstangen tasteten sich die Polizisten am Freitag Stück für Stück durch den nassen Wald. Immer wieder sind die Spürhunde im kurzen Einsatz. „Eine Sisyphusarbeit“, kommentiert Freudenberg. Und anstrengend für die Hunde, denn auf dem Waldboden finden sich zahlreiche Spuren von anderen Tieren.

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Auf einer Lichtung, an der die Polizisten mit der Suche begonnen haben, stand einst ein Bahnwärterhaus, wissen Brigitte und Wolfgang von Schütz aus Räber. Die Jagdpächter können sich noch erinnern, dass sich der Bewohner in seinen vier Wänden erhängt hatte, bevor das Haus dann endgültig abgerissen wurde.

Bei den Knochen, die nun bei der Suche gefunden worden sind, handelt es sich um zwei Oberarmknochen, drei Unterarmknochen und einen Oberschenkelknochen, weiß der Jagdpächter. Die Knochen sind durch Tierfraß erheblich in Mitleidenschaft gezogen. „Auf der Lichtung sind regelmäßig die Wildschweine, und es war die letzten Monate sehr heiß“, sagt Wolfgang von Schütz. Weitere Kleidungsstücke sind nicht aufgetaucht. Hinweise, die auf ein Gewaltverbrechen hindeuten, liegen zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor. Die Fundstücke werden zur Gerichtsmedizin nach Hamburg eingeschickt. Die Auswertung, ob es sich tatsächlich um Knochen des vermissten Österreichers handelt, dauert rund zehn Tage. Ein DNA-Test soll Klarheit bringen.

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