Betreuungsplätze fehlen / Weitere Einrichtung soll an Gartenstraße entstehen

Politik schiebt Kita-Bau an

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Der sogenannte blaue Pavillon an der Gartenstraße wird nicht mehr von der Schule genutzt. Um Platz für den Kita-Neubau, der durch einen späteren Betreiber erfolgen soll, zu schaffen, wird er weggerissen.

Uelzen. 43 zusätzliche Kitaplätze hat die Stadt Uelzen in diesem Jahr geschaffen; doch sie reichen nicht, um den immer größer werdenden Bedarf an einer Betreuung von Kindern in Uelzen zu decken.

35 Kinder für Kindergartenplätze und 15 unter Dreijährige für Krippenplätze stehen aktuell auf Wartelisten. Pläne für eine neue Kita auf dem Gelände der Lucas-Backmeister-Schule gibt es bereits seit dem vergangenen Herbst. Nun schiebt die Uelzener Politik den Ausbau der Kita an – mindestens für vier Gruppen soll Platz sein, meint der Ausschuss für Generationenfragen, Integration und Soziales. Und: Ein neues Gebäude soll dafür entstehen. Es wird nicht von der Stadt, sondern vom späteren Betreiber der neuen Kita errichtet.

Die Stadt selbst unterhält keine Kindertagesstätten. Sie setzt bei der Betreuung auf externe Kompetenz. Das Deutsche Rote Kreuz, die Kirche und die Stiftung „Leben leben“ sind unter anderem Träger der Uelzener Einrichtungen mit derzeit rund 1000 geschaffenen Betreuungsplätzen. Ein Modell, das nach dem Willen des Ausschusses, der am vergangenen Mittwochabend tagte, auch bei der neuen Einrichtung greifen soll. Verknüpft werden soll der Betrieb der Kita mit ihrem Bau. Der Betreiber kann die Einrichtung damit nach seinem pädagogischen Konzept gestalten. Unter seiner Hand wäre, so führte Uelzens Erster Stadtrat Florian Ebeling aus, auch ein Realisierung zu geringen Kosten als ein Bau durch die Stadt möglich.

Zwar profitiere Uelzen bei der Finanzierung von einem besseren Zinssatz. Weil aber ein externer Bauherr flexibler als die Kommune agieren dürfe, könne dieser unterm Strich günstiger bauen. Der Betreiber kann wie die Stadt Fördergelder für einen Kita-Bau bekommen.

Nach dem vom Ausschuss vorgeschlagenen Modell würde die Stadt die Fläche für den Bau zur Verfügung stellen. In einem Betreibervertrag sind dann Regelungen zu treffen, wie nach seinem Auslaufen Fläche und Liegenschaften wieder an die Stadt übergehen. Heinz Meierhoff, Vorstandsvorsitzender des Uelzener DRK-Verbandes, verwies am Mittwoch darauf, dass solche Vertragwerke bereits bei anderen Kitas mit dem DRK als Betreiber unterzeichnet worden seien.

Entstehen soll die Kita auf dem Gelände der Lucas-Backmeister-Schule im Bereich der Gartenstraße. Ein marodes Gebäude an dieser Stelle, der sogenannte blaue Pavillon der Schule, müsste dafür abgetragen werden. Er wird zurzeit nur noch als Bandprobenraum genutzt. Eine Option in der Diskussion um den Aufbau von Kita-Plätzen war es auch, den sogenannten gelben Pavillon im Bereich der Ringstraße, in dem ebenfalls kein Unterricht mehr stattfindet, als Gebäude für eine neue Kita zu nutzen. Von diesem Vorschlag verabschiedete sich der Ausschuss am Mittwoch aber.

Ungeachtet des Votums für einen Neubau wird der gelbe Pavillon aber noch eine entscheidende Bedeutung bekommen: Geplant war, dass zum 1. August 2017 weitere Plätze angeboten werden können. Der Neubau lässt sich bis dahin nicht realisieren, das wäre weder für die Stadt noch für einen externen Bauherren möglich, erklärte Florian Ebeling.

Um aber ab diesem Zeitpunkt zusätzliche Plätze bereits anbieten zu können, soll der gelbe Pavillon vorübergehend als Kita genutzt werden. Für drängendste Arbeiten und um Feuerschutzauflagen erfüllen zu können, soll ein Budget von 50 000 Euro zur Verfügung gestellt werden, mit dem die Räume hergerichtet werden.

Ein endgültiges Votum zum Kita-Neubau wird der Verwaltungsausschuss in seiner nächsten Sitzung abgeben.

Von Norman Reuter

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