Poker um den Parkplatz

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Das Parkhaus am Bahnhof ist gut ausgelastet.

Uelzen. - Von Thomas Mitzlaff. Ein Arbeitsplatz quasi vor der Haustür ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr – am Uelzener Bahnhof belegen täglich hunderte abgestellter Autos, wie viele Uelzener mittlerweile pendeln. Laut einer Studie über die Auslastung von Park&Ride-Anlagen, die der Hamburger Verkehrsverbund jetzt im Auftrag der Metropolregion erstellt hat, ist das Parkhaus am Uelzener Bahnhof sogar zu 100 Prozent ausgelastet. Während die Parkplätze am Bad Bevenser Bahnhof nur zu 65 Prozent besetzt seien, gebe es in Bienenbüttel sogar eine 101-prozentige Auslastung. In Bienenbüttel ist deshalb ein Ausbau der Anlage geplant – in Uelzen aber vorerst nicht.

Denn Baudezernent Karsten Scheele-Krogull verweist darauf, dass man zum einen im Regelfall noch einen Stellplatz im Parkhaus am Uelzener Bahnhof bekomme. Zwar liegen fertige Ausbaupläne in der Schublade, allerdings werden dafür vorerst keine Mittel im städtischen Haushalt bereitgestellt. „Das wäre ein finanzieller Kraftakt“, erklärt der Baudezernent, schon eine erste ebenerdige Erweiterung würde eine sechstellige Summe kosten. „Erst wenn wir übers Jahr durchweg dort zu wenig Parkplätze hätten, würden wir tätig werden“, so Scheele-Krogull.

Die Stadt setzt bei ihren Planungen vorerst auf die andere Bahnhofsseite. Dort an der Albrecht-Thaer-Straße stellen jetzt schon Dutzende Pendler alltäglich ihre Fahrzeuge ab. Das unbefestigte Gelände gehört der Deutschen Bahn.

Und schon seit Monaten ist die Stadtverwaltung in Verhandlung mit dem Unternehmen, um die Fläche abzukaufen und dort kostenpflichtige Stellplätze einzurichten. Doch das ist kein einfaches Unterfangen. Denn zum einen gestalten sich die Verhandlungen mit der Bahn eher zäh, zum anderen „wollen wir nicht die Katze im Sack kaufen“, erklärt der Baudezernent.

Das Gelände diente der Bahn nämlich früher als Rangier- und Abstellfläche für Lokomotiven, „wir wollen eine defintive Aussage, dass es dort keine Kontamination des Bodens gibt und wir dann auf hohen Entsorgungskosten sitzen bleiben“, betont Scheele-Krogull.

Vor diesem Hintergrund hat die Stadt in 2011 noch keine Haushaltsmittel für einen Erwerb des Geländes bereit gestellt. „Man muss sehen, wie weit wir dieses Jahr mit der Bahn kommen“, sagt der Baudezernent. Er hofft auf ein „Nullsummenspiel“, dass man die Kosten für den Grundstückserwerb bald durch die Parkgebühren wieder hereinbekommen könnte.

In diesem Jahr investiert werden soll aber auf jeden Fall in die marode Technik des Parkhauses am Bahnhof. „Die Probleme mit der Ampelanlage und den Induktionsschleifen wollen wir jetzt beseitigen“, so der Dezernent.

Und wenn dort mal wirklich die Parkplätze belegt oder durch Schnee blockiert sein sollten, könne man mit dem gezogenen Tagesticket auch in angrenzenden Straßen parken, erklärt Scheele-Krogull: „Da lassen wir dann auch mal fünfe gerade sein.“

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