Bei Unterkunftssuche unterstützt gwk den Kreis / Möglichkeiten ausgeschöpft

Platz für Flüchtlinge begrenzt

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Für die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern sucht der Landkreis derzeit nach neuen Möglichkeiten.

Uelzen. Kein Vandalismus, keine Beschwerden: Die Gesellschaft für Wohnungsbau (gwk) des Kreises Uelzen hat für die Unterbringung von Asylbewerbern einen erfolgreichen Weg eingeschlagen.

So zumindest fällt die Bewertung von Geschäftsführer Ronald Schack nach den ersten Erfahrungen mit der Vermietung von Wohnungen an die Familien aus. Sorgen wie in Bad Bevensen mit der Unterkunft „Villa im Park“ gibt es nicht.

Rund 80 bis 90 Asylbewerber leben derzeit in Wohnungen der gwk – und zwar in unterschiedlichen Häusern. Mieter ist offiziell der Landkreis, der vor dem Hintergrund einer explodierenden Zahl von Flüchtlingen derzeit nach weiteren Möglichkeiten für die Unterbringung sucht – denn privater Wohnraum ist knapp.

Doch auch Schack sieht, derzeit zumindest, nicht die Möglichkeit, dem Kreis für diese Aufgabe weitere Wohnungen zur Verfügung zu stellen – zum einen, weil nicht genügend Leerstand vorhanden sei, zum anderen, weil die gwk mehr Betreuung durch ihren Sozialarbeiter nicht mehr abdecken könne. Dessen Arbeit sei wichtiger Baustein in der Integrationsarbeit, betont Schack.

Der Mitarbeiter fungiere als Netzwerker, helfe den Familien dabei, sich mit der fremden Lebenskultur vertraut zu machen. Da seien auch ganz alltägliche Dinge wie die Mülltrennung Thema. „Irgendwann kommen Sie an die Grenzen des Umsetzbaren, weil Sie nicht beliebig viele Sozialarbeiter haben“, erklärt gwk-Aufsichtsratsvorsitzender Claus-Dieter Reese. Wichtig sei überdies: „Wie kommen wir an die Leute ran?“, fragt Schack – und hat bereits eine Antwort: „Über die Kinder.“ Zweiter Baustein in der Integrationsarbeit sei darum die Kinderbetreuung im „Treff am Kö“, dessen Träger die gwk ist.

Trotz des Umzugs der Kinderbetreuung zunächst in das Jugendzentrum gibt es seit Januar montags und dienstags ein verlässliches Angebot am Emsberg. Mittwochs werden die Kinder dort abgeholt, um mit den Betreuern zusammen in das Jugendzentrum zu gehen.

Um die Bedeutung der sozialen Dienste der gwk für die Gesellschafter zu verdeutlichen – dazu zählt etwa die Sozialarbeit – hat die Wohnungsgesellschaft einen Sozialbericht erstellen lassen. Das Ergebnis: Zugunsten der kommunalen Gesellschafter wurde durch das gesamte soziale Engagement eine Gesamtrendite pro Jahr von 361 000 Euro ermittelt. Der finanzielle Vorteil sei im Vergleich zum Zeitraum 2010/2011 um 43 Prozent angestiegen. Hauptgesellschafter ist der Landkreis.

Von Anna Petersen

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