Windkraftanlagen: Auswahl von Vorrangstandorten verzögert sich

Planung mit Gegenwind

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Uelzen/Landkreis. Die Planung sogenannter Vorranggebiete für Windkraftanlagen ist ein höchst komplexes Unterfangen und kostet Zeit. Viel Zeit.

Spätestens in ihrer Sitzung am Mittwochnachmittag stellten das auch die Mitglieder des Ausschusses für Planung und Straßenbau für den Landkreis Uelzen fest. Denn Joachim Partzsch, Leiter des Amtes für Bauordnung und Kreisplanung, informierte sie und rund zwei Dutzend Zuhörer über den aktuellen Stand der Planungen im Rahmen des Regionalen Raumordnungsprogramms. Und die sind aus vielerlei Gründen in Zeitverzug.

Zwar hatte der Landkreis bereits (wie berichtet) eine Karte mit 65 Flächen erstellt, in denen grundsätzlich Windenergie zugelassen werden könnte. Allerdings habe es dann Hinweise gegeben, so Partzsch, „dass da Unrichtigkeiten bestehen“. So waren Waldflächen berücksichtig worden, wo tatsächlich gar keine mehr sind – andersherum waren Waldstücke nicht einbezogen worden, weil sie ganz neu angepflanzt wurden. An anderer Stelle waren Einzelhäuser berücksichtig worden, zu denen künftige Windräder einen Abstand von 500 Metern einhalten müssen – allerdings nur, wenn sie auch bewohnt sind. Für Ställe und ähnliche Gebäude gelte diese Pufferzone also nicht, so Partzsch. So hatten sich teilweise Vergrößerungen potenzieller Windkraft-Flächen ergeben.

Zu guter Letzt spielen auch die Nachbarlandkreise eine Rolle bei der Karte, die mögliche Windkraftflächen markieren soll. Denn jede dieser Flächen, darauf haben sich die Verantwortlichen verständigt, sollte mindestens 30 Hektar groß sein. Liegt eine dieser Flächen an einer Kreisgrenze, muss also auch im Nachbarkreis auf die Einhaltung von Abstandskriterien geachtet werden. Das sei bislang nicht geschehen, räumte der Kreisplanungsamtsleiter ein. Und so hatte man zum Beispiel bei Bohndorf im Norden des Landkreises Uelzen ein Einzelhaus im angrenzenden Nachbarkreis Lüneburg nicht im Blick – was dazu führte, dass die zunächst als Vorrangstandort ins Auge gefasste Fläche nun komplett aus der Planung veschwindet, weil sie keine 30 Hektar Größe mehr erreicht.

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Von Ines Bräutigam

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