SPD plant Camp zum Castor

Tausende Atmokraftgegner wollen im November den nächsten Castor-Transport möglichst lange aufhalten. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen/Wendland - Von Marc Rath. Wenn ab dem 5. November der nächste Castor-Transport mit zwölf Behältern mit hochradioaktivem Müll von Frankreich aus startet, will der SPD-Unterbezirk Uelzen/Lüchow-Dannenberg den Protest mit einem eigenen Castor-Camp unterstützen. Die Sozialdemokraten aus der Region wollen den aus dem gesamten Bundesgebiet anreisenden Atomkraftgegnern einen zentralen Anlaufpunkt anbieten – „an der Straßentransportstrecke und in Sicht- beziehungsweise Protestweite zu dieser“, wie es in der Ankündigung heißt.

„Demonstrieren gegen Gorleben ist anders. Bei normalen Demonstrationen trifft man sich an einer vorher bekannten Stelle und fährt anschließend wieder nach Hause“, schreibt der SPD-Unterbezirk in seinem Aufruf: „Uns erwarten im Wendland allerdings eine Vielzahl von kleineren Demonstrationen und Aktionen in der riesigen Fläche des Landkreises. Die Protestaktionen gehen rund um die Uhr und über mehrere Tage. Deshalb braucht es zentrale Anlaufpunkte, an denen man Informationen, Wärme und Verpflegung erhält.“

Im Camp der Sozialdemokraten können ab dem Abend des 4. November die Protestler Zelte, Wohnwagen oder Wohnmobile aufstellen. Neben der Möglichkeit der Schlafstätte wird auch eine Versorgung angeboten. „Kulturelle Veranstaltungen und Diskussionen mit Bundes-, Landes- und Kommunalpolitikern werden nicht zu kurz kommen“, versprechen die Sozialdemokraten. SPD-Unterbezirksvorsitzender Klaus-Peter Dehde erwartet, dass zahlreiche Parteifreunde und Abgeordnete das Camp als Ausgangspunkt nutzen. „Wir haben schon eine Reihe von Zusagen“, freut er sich.

Der SPD-Unterbezirk setzt für die Mobilisierung auf moderne Kommunikationsmittel. Neben dem Internet-Auftritt gorleben-soll-leben.de ist er auch bei Facebook und Twitter.

Dehde rechnet mit einer deutlichen Zunahme der Unterstützung. „Die Sensibilität gegen Atomkraft wird wieder größer“, beobachtet der SPD-Unterbezirksvorsitzende: „Neben den Veteranen kommen immer mehr junge Menschen dazu.“

Das Wendland soll wieder Zeichen des „bunten und friedlichen Protests von der Großdemonstration bis zu Blocken auf der Schienen- und auf der Straßenstrecke werden“, hofft er. Dehde registriert indes, „dass die Wut der Menschen immer größer wird“. Beim Protest gegen „Stuttgart 21“ habe es Bilder gegeben, die bei ihm „Erinnerungen an die ersten Castor-Transporte“ geweckt hätten.

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