Tag gegen Gewalt an Frauen / Heute Ausstellungseröffnung

Plätze im Frauenhaus meistens belegt

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Jährlich fliehen rund 40 000 Frauen in Frauenhäuser, auch die Uelzener Einrichtung ist stark frequentiert.

Uelzen. Mindestens jede fünfte Frau wird im Laufe ihres Lebens Opfer sexueller Gewalt.

Die Dunkelziffer ist um ein Vielfaches höher, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Sabine Siegel, anlässlich des heutigen Gedenk- und Aktionstages gegen Gewalt an Frauen. Dabei bezieht sie sich auf eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Jährlich würden zudem bundesweit rund 40 000 Frauen vor ihren gewalttätigen Partnern in Frauenhäuser fliehen. „Das macht deutlich, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen kein spezifisches Problem von Entwicklungsländern ist, sondern auch bei uns allgegenwärtig ist“, erklärt Siegel. Auch das Uelzener Frauen- und Kinderhaus sei seit Jahren stark frequentiert. Selten gebe es Zeiten, in denen nicht alle Betten belegt seien.

Dabei stellt nach Angaben der Gleichstellungsbeauftragten die Gewalt in der Familie weiterhin die am häufigsten verbreitete Form von Gewalt gegen Kinder und Frauen dar. Heute jährt sich der Internationale Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ zum 14. Mal. Aus diesem Anlass werden bundesweit mehr als 800 Städte und Landkreise die von „Terre des femmes“ entworfene Fahne hissen, auch im Landkreis Uelzen.

Die Stadt Lüneburg informiert zudem über das Hilfetelefon des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Unter der Telefonnummer (08000) 11 60 16 stehen rund um die Uhr Fachberaterinnen zur Verfügung, um betroffenen Frauen und Mädchen zu helfen. Im Internet gibt es auf der Webseite www.hilfetelefon.de Unterstützung per Chat und E-Mail. Bei Bedarf können auch Dolmetscherinnen in Anspruch genommen werden, berichtet Stadtsprecherin Nina Lawryniuk.

Anlässlich des Aktionstages wird heute um 15 Uhr im Uelzener Rathaus die Foto-Ausstellung „Standpunkte gegen Gewalt an Mädchen und Frauen“ eröffnet. Bei dem Anlass spricht die Erziehungswissenschaftlerin und Juristin Barbara Schwarz über die „Belastungsstörung von Kindern durch traumatische Erfahrungen und ihre Rezeption im familiengerichtlichen Verfahren“.

Von Diane Baatani

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