Von Pirat und Schwanenkönig

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Einen bekannten Song nach dem anderen brachte die Rockband Karat auf die Bühne. Von „Tanz mit der Sphinx“ bis „Schwanenkönig“ ging die Liste, und das Publikum sang kräftig mit.

Uelzen. „Rocklegenden“ und „seit 500 Jahren erfolgreich in Ost und West“: ffn-Moderator „Morgenmän Franky“ gab am Sonnabendnachmittag viel, um die Uelzener schon einmal warm laufen zu lassen – für den großen Jubel, mit dem die Gruppe Karat als Stargast im Uelzener Autohauses Könecke begrüßt werden sollte.

Ganz norddeutsch übten sich die Uelzener erst einmal in verhaltener Begeisterung. Und ob nun angespornt von Frankys wildem Witzeln, noch mit schmissigem Taktgefühl der Vorgruppe „Heart Rock Café“ im Blut oder schlichtweg aus überbordendem Fan-Enthusiasmus: Als Claudius Dreilich (Gesang), Christian Liebig (Bassgitarre), Bernd Römer (Gitarre), Michael Schwandt (Schlagzeug) und Martin Becker (Keyboard) die Bühne stürmten, da war plötzlich alles anders – und Uelzen in fünfkarätiger Feierlaune.

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Mit „Tanz mit der Sphinx“ eröffnete die seit mittlerweile 35 Jahren (in anteilig anderer Besetzung) aktive Band das gut anderthalbstündige Programm, schon wippten Füße und kreisten Arme durch die Luft. Auch Marlies und Dieter Lüsmann waren textsicher dabei, summten „Doch ich war ein Pirat, hab die Taue gekappt“ mit – und zeigten sich angetan: „Wir wollten die Jungs gern mal sehen“, erklärten die beiden und stimmen überein: „Der Klassiker ,Über sieben Brücken’ ist unser Lieblingssong“. Sänger Claudius Dreilich nahm sein Publikum mit, rockte und feierte, ganz präsent und mit Gespür für eine mitreißende Dramaturgie. Seine Version des „Schwanenkönigs“ ließ Pärchen enger zusammenrücken – wie beispielsweise Jennifer Harms und Rolf Schulze. „Gleich um die Ecke haben wir ein Familientreffen“, sagte Rolf Schulze, da passte das natürlich gut – erst recht, wenn’s eine innerfamiliäre Fan-Geschichte gibt: „Meine Mutter war schon viermal bei einem Konzert“. Ihre großen Hits hatte Karat mit im Gepäck, dazu auch manches neue Stück. Gefallen hat’s ganz offenbar: „Wir sind Fans von Ost-Rock-Musik“, freute sich Besucherin Sigrid, die mit ihren Freunden Helga und Gerd vor Ort war. Und selbst, wenn Karat deutschen Rock mittlerweile wiedervereinigt sehen: Fans sind Fans, Rock bleibt Rock.

Von Janina Fuge

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